Erstellt am 01. Juni 2016, 07:25

von Judith Jandrinitsch

Aus ohne Happy-End. Die ehemalige Pächterin Sabrina Lindner möchte von Marktgemeinde Geld zurück.

Da war die Welt noch in Ordnung. Beatrix Dalos mit Sabrina Lindner.  |  NOEN, Gerald Burggraf

Sabrina Lindner ist verzweifelt. Ihr kurzes Gastspiel als Pächterin des Hallen-Restaurants vom 22. August 2015 bis 13. Oktober 2015 belastet sie finanziell immer noch schwer.

„Die Gäste sind immer zufrieden gewesen, es gab keine Beschwerden“, erzählt Lindner. Ihrer Meinung nach sei es auch kein Problem gewesen, dass sie die erforderliche Kaution von 14.550 Euro nicht sofort bezahlen konnte. „Das wurde mir nicht als Nachteil ausgelegt“, erklärt Lindner im Beisein ihres Anwaltes Franz Lima. Umso mehr fiel sie aus allen Wolken, als sie am 13. Oktober 2015 zu einem Gespräch in die Gemeinde zitiert wurde. Dort habe sie auf Druck der anwesenden Personen – Bürgermeisterin Beatrix Dalos, Gemeinderat Peter Schiller und Hallen-Betriebsleiter Wolfgang Steindl – die Kündigung des Pachtvertrages unterschrieben: „Ich habe noch am nächsten Tag alles widerrufen – aber umsonst“, erzählt Lindner. Geld hätte sie auch schon investiert: Rund 15.900 Euro beziffert ihr Anwalt für den Gewinnentgang, Personalkosten und bereits getätigte Lebensmitteleinkäufe. Die Gemeinde sei bis jetzt nicht bereit, auch nur einen Millimeter entgegenzukommen.

"Wollte Jugend eine Chance geben"

Dalos ist auf NÖN-Anfrage entsetzt: „Es war meine Idee, Sabrina Lindner als Pächterin einzusetzen. Sie war nach den Hearings sicher nicht die Erstgereihte. Doch ich dachte, warum nicht einmal der Jugend eine Chance geben.“ Dass Lindner die Kaution immer wieder versprach und doch nicht bezahlen konnte, sei zwar nicht der Haupt-, aber doch ein Mitgrund gewesen, sich von der Pächterin zu trennen.

Ein schriftlicher Pachtvertrag wurde aus diesem Grund auch nicht unterfertigt. „Es gab viele Beschwerden über das Essen und das Service. Und diese Kritik habe ich auch an Lindner weitergeleitet; geändert hat sich nichts“, erzählt die Ortschefin. Dass die Pächterin die Kündigung sofort unterschrieben habe, versteht sie bis heute nicht.

„Ich habe Frau Lindner vor Zeugen noch gefragt, ob sie nicht noch einmal darüber nachdenken möchte. Doch sie hat den Kopf geschüttelt, unterschrieben und ist gegangen.“

Zudem verweist Dalos auf Fotografien, die in ihrem Auftrag im Kühlhaus vom lagernden Warenbestand gemacht wurden. „Die geforderte Summe entspricht in keiner Weise dem, was im Kühlraum gelagert wurde. Außerdem hätte Frau Lindner ihre Waren jederzeit abholen können.“