Erstellt am 18. November 2015, 05:08

von Christoph Dworak

„Waggon“ hält auch im Postamt. Die erste NÖ-weite Jugendinfostelle feiert 20-jähriges Bestehen und eröffnete die neue Location offiziell.

Landtagsabgeordneter Karin Kadenbach, Nationalrat Hannes Weninger, Landesrat Karl Wilfing, Tender-Geschäftsführer Herbert Aschauer, Waggon-Mitbegründer Winfrid Hanisch, Sozialarbeiterin Martina Niederreiter und Mödlings Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher.  |  NOEN, Christoph Dworak
Herbert Aschauer war in seiner Funktion als diplomierter Sozialarbeiter mit drei Klienten in der Drogenambulanz, als ihn ein Anruf ereilte: „Hast Zeit?“, hörte er den Mödlinger Psychotherapeuten & Psychologen Winfrid Janisch am anderen Ende der Leitung. Er habe da eine Idee.

Das war 1994. Kurze Zeit später waren die ersten Vorbereitungen zur NÖ-weit ersten „Jugend-Infostelle“ erledigt, im März 1995 saßen „Winfrid, ein AMS-Vertreter und ich exakt zwei Jugendlichen gegenüber. Einer wurde von seiner Mama zwangsverpflichtet, der andere war ein Schülervertreter aus der Keimgase“, schmunzelt Aschauer heute. Wenige Tage später schauten über 50 Jugendliche im „Waggon“-Waggon am Bahnhof vorbei, die Sozialarbeiter Martina Niederreiter und Max Foissner ergänzten das Team.

Schimmel, Mäuse, Ratten

In den 20 Jahren hat das „kompetente Team, das sich aber kein Blöße gibt, nachzufragen, wenn auch wir nicht weiterwissen“ (Niederreiter), nicht weniger als 17.000 Gespräche geführt und 3.000 Personen betreut. Auch unter widrigsten Umständen: „Die letzten Monate im Waggon waren schrecklich“, brachte es Aschauer auf den Punkt: „Schimmel, Mäuse, Ratten. Hut ab vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie da durchgehalten haben.“

Dass die Übersiedlung in das ehemalige Postamt am Bahnhofsgelände – nur wenige Schritte vom alten Standort entfernt – gelungen sei, habe viele Väter, merkte Aschauer an: Land, Gemeinde und nicht zuletzt die ÖBB, die das Haus außen saniert haben.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, betonte, dass die Gemeinde „voll hinter der Einrichtung steht. Sie ist etwas Großartiges, Sinnvolles und Punktgenaues. Den Mitarbeitern mangelt es nie an Engagement und guten Tipps. Wir bemühen uns, die Finanzierung zu sichern.“ Landesrat Karl Wilfing, ÖVP, streute dem „Waggon“-Team ebenfalls Rosen: „Ihr seid mit Leidenschaft und Professionalität dabei.“ Er schätze das „geballte System für die unterschiedlichen Bedürfnisse“.