Kaltenleutgeben

Erstellt am 03. August 2016, 06:05

von Daniela Purer

Ärger um FP-Vizeortschef. In der öffentlichen Gruppe „Treffpunkt Kaltenleutgeben“ und auf seiner persönlichen Facebook-Seite soll Vizebürgermeister Hannes Stiehl fragwürdige Artikel teilen.

Vize Hannes Stiehl, FPÖ, weist die Vorwürfe zurück.  |  NOEN, Daniela Purer

Mit einem Posting in der öffentlichen Facebook-Gruppe „Treffpunkt Kaltenleutgeben“, sowie mit seiner privaten Facebook-Seite sorgt Vizebürgermeister Hannes Stiehl, FPÖ, für Aufregung. So soll er einen Artikel des antisemitischen und holocaustleugnenden Blogs „brd-schwindel“ geteilt haben.

„So jemand soll uns Bürger repräsentieren und dabei hat seine Partei bei der Wahl nur 219 Stimmen erreicht. Eine Schande für die Kaltenleutgebner Politik und seine Bewohner ist diese Person mit all den Facebookpostings“, so ein wütender Bürger im NÖN-Gespräch. Gerüchten zufolge soll gegen Stiehl auch ein Disziplinarverfahren laufen.

„Kenne den Blog inhaltlich nicht“

Stiehl weist die Vorwürfe vehement zurück: „Den vorgebrachten Blog kenne ich inhaltlich in keiner Weise. Ich habe nur einen Artikel geteilt, der Hintergründe zum Attentat in München beleuchtet beziehungsweise hinterfragt hat. Bezüglich eines Disziplinverfahrens frage ich mich, wer solche Behauptungen hervorbringt.“ Auch FPÖ-Bezirksparteichef Christian Höbart bestätigt: „Gegen Hannes Stiehl läuft kein Disziplinarverfahren.“

Im Gemeindeamt werden gegen Stiehl hingegen keine Beschwerden vorgebracht, wie Amtsleiter Peter Fuchs und Bürgermeister Josef Graf, SPÖ, unison erklären: „Bei uns persönlich regen sich die Leute nicht auf. Die Zusammenarbeit mit Stiehl läuft sehr gut.“ Anders sieht dies Gemeinderätin Bernadette Schöny, ÖVP: „Wir bekommen E-Mails mit Beschwerden ob der Postings des Vizebürgermeisters, aber wir distanzieren uns davon. Meiner Meinung nach, sollte Stiehl eine strikte Trennung zwischen seiner privaten und seiner offiziellen Facebook-Seite vornehmen.“

Laut Grünen-Ortsparteichefin Gabriele Gerbasits entstehe der Eindruck, die Facebook-Seite sei eine offizielle Seite des Vizebürgermeisters. „Dabei postet er aber kaum Kaltenleutgeben bezogene Dinge. Ich verstehe seine Seite als ein hetzerisches Spalten der Gesellschaft mit Argumenten, die aus der Propagandakiste von Verschwörungstheoretikern stammen.“