Kaltenleutgeben

Erstellt am 27. August 2016, 07:17

von Daniela Purer

Milliardär als Mäzen. Ein Projekt für Teenager der IG Kultur unter Gabriele Gerbasits erhielt Geld aus Spekulationsgeschäften.

Grünen-Gemeinderätin Gabriele Gerbasits hält die Kosten nicht für intransparent.  |  NOEN

Im Rahmen der letzten EU-Wahl führte die grüne Ortsparteichefin Gabriele Gerbasits für ihren Arbeitgeber, die IG Kultur, ein Projekt mit dem Namen „Check the facts - mind the gap“ durch. Bezahlt wurde das Projekt, Kostenpunkt 49.500 US Dollar, von Milliardär George Soros, dessen von ihm finanzierte Organisationen kürzlich einer Hackergruppe zum Opfer gefallen sind.

Die geleakten Datensätze enthielten dabei Aufzeichnungen über Lobbyingarbeit und politische Beeinflussung im Umfeld der letzten EU-Wahl.

Verständnis von Hasssprache in Wahlkampagnen

Bei dem Projekt der IG Kultur ging es um das Verständnis von Hasssprache innerhalb österreichischer Wahlkampagnen sowie darum, Methoden zu entwickeln, diesen etwas entgegen zu setzen. Das Zielpublikum dabei waren Jugendliche.

Gerbasits erzählt im NÖN Gespräch: „Wir konnten zum Thema einige Toolboxen herstellen, welche vor allem in Workshops und im Unterricht verwendet werden.“

Für stark intransparent hält Gerbasits die Finanzierung der Projekte jedoch nicht. „Die Ausschreibungen stammen immer von der Soros Foundation, einer Privatstiftung. Österreich ist leider sehr selten dabei. Meist handelt es sich um Länder in Osteuropa und am Anfang ging es dieser Foundation stark um Kunst.“

Dass das Geld wahrscheinlich aus Spekulationsgeschäften stammt, ist Gerbasits dabei klar und auch, dass „die Stiftung natürlich selbst bestimmen kann, wohin sie steuern will“.

ZUM THEMA

George Soros
Der im Jahr 1930 in Budapest geborene George Soros ist ein US-amerikanischer Investor ungarischer Herkunft und Betreuer vieler Fonds, unter anderem des Quantum Funds.

Bekannt wurde er, als er im September 1992 auf die Abwertung des britischen Pfunds wettete, damit rund eine Milliarde US-Dollar verdiente und den Mythos der britischen Zentralbank zerstörte.

IG Kultur
Die Aufgabe der IG Kultur Österreich liegt in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für emanzipatorische Kulturarbeit.

Die IG Kultur Österreich tut dies als kulturpolitische Interessenvertretung und als Beratungsinstanz im Auftrag der Kulturinitiativen.