Erstellt am 22. Mai 2016, 05:04

von Judith Jandrinitsch

Kamerafrau Hawliczek: Weiblicher Film-Blick. Die Biedermannsdorferin Anna Hawliczek setzt sich in der Filmwelt durch. Mit ihren Kurzfilmen gewann sie zahlreiche Preise.

Die beiden Filmpartnerinnen Anna Hawliczek (r.) und Jasmin Baumgartner.  |  NOEN, privat

NÖN: Haben Sie es als Kamerafrau im Filmgeschäft schwerer als männliche Kollegen?
Anna Hawliczek:
Eine Kamerafrau muss ein großes Team an Technikern und Beleuchtern anleiten können – da braucht es auch den Glauben an sich selbst, die Überzeugung, das zu können und leisten zu wollen. Das ist ein Entwicklungsprozess, den ich auch durchlaufen habe.

Hängt das nur mit dem fachlichen Können zusammen?
Hawliczek
:  Das hat nichts mit meinem Studium an der Filmakademie zu tun, sondern mit den Bedingungen der Wirtschaft. Es hängt davon ab, ob der Regisseur dir sein Vertrauen schenkt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer eher Männern vertrauen.

Wollten Sie immer schon hinter der Filmkamera stehen?
Hawliczek:
Ich habe mit der Fotografie begonnen. Nach meinem ersten Kurzfilm habe ich gewusst: das ist es.

Ist es wichtig, eine berufliche Partnerin wie Regisseurin Jasmin Baumgartner zu haben?
Hawliczek
: Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Wir zwei haben auch eine Produktionsgemeinschaft gegründet und drehen gemeinsam Werbespots und Musikvideos.

An welchem Projekt arbeiten Sie gerade?
Hawliczek:
An einer Dokumentation über den Ottakringer Fußballverein Robin’s United Players. Doch das ist eigentlich noch top-secret.