Erstellt am 06. Januar 2016, 06:03

von Christoph Dworak

Kaum Jubel übers Weihnachtsgeschäft. Zu hohe Temperaturen, Arbeitslosigkeit, Terrorgefahr: SCS kann frequenz- und umsatztechnisch nicht zulegen.

Symbolbild  |  NOEN, Erwin Wodicka

Volle Parkplätze, Kolonnen bei der Zu- und Abfahrt – und dennoch gibt’s in der Shopping City Süd keinen Jubel. Das Weihnachtsgeschäft hat sich heuer sehr in Grenzen gehalten.

SCS-Centermanager redet im NÖN-Gespräch auch gar nicht lange um den heißen Brei herum: „Frequenzmäßig sind wird gegenüber dem Jahr zuvor etwa gleich geblieben. Umsatztechnisch dürfte es ein 2- bis 3-prozentiges Minus geben.“ Diese ernüchternde Bilanz ziehe er nach Gesprächen und Telefonaten mit Shopbetreibern, erklärte Cech. Die endgültigen Zahlen liegen am 15. Jänner am Tisch.

Dabei habe man im Vorfeld alles getan, um für den Weihnachtskaufrausch gerüstet zu sein: Nicht nur donnerstags, sondern auch freitags waren die Shops bis 21 Uhr geöffnet, zudem wurde durch das neue Parkplatzmanagement – Angestellte wurden an die Peripherie „gebeten“, Dauerparker (Pendler) mit Besitzstörungsklagen konfrontiert – mehr Kontingent in den Kernzonen freigeschaufelt.

„Es wird immer deutlicher,
dass sich das Einkaufsverhalten ändert.
An den Tagen nach Weihnachten
konnten wir massiv aufholen“
SCS-Centermanager Anton Cech

All das habe „durch den Mix aus mehreren Ursachen“ nicht den gewünschten Erfolg gebracht, bedauert Cech: Vor allem gegen das Frühlingswetter seien manche Branchen vergebens angelaufen: „Hochpreisige Winterjacken, Winterschuhe oder Wintersportartikel sind bei den zu Weihnachten herrschenden warmen Temperaturen zu Ladenhütern geworden. Bei Spielwaren, Schmuck oder Waren des alltäglichen Gebrauchs hat die Sache zum Glück anders ausgesehen.“

Zudem merke man die hohe Arbeitslosigkeit inklusive Zielpunkt-Pleite und nicht zuletzt die Terrorgefahr (Menschenansammlungen), die „wir in Einkaufszentren durchaus spüren“.

Und: „Es wird immer deutlicher, dass sich das Einkaufsverhalten ändert. An den Tagen nach Weihnachten konnten wir massiv aufholen.“ Da lösen die Kundinnen und Kunden auch ihre Gutscheine ein: „Beim Verkauf der Shopping-Card haben wir ein 2-stelliges Plus verzeichnet.“

Unterm Strich habe man sich „natürlich mehr vom Weihnachtsgeschäft erwartet“, könne aber nicht zur Gänze in Pessimismus verfallen: „Man darf nicht vergessen, dass wir im Weihnachtsgeschäft 2014 die Frequenz um 10 Prozent steigern konnten. Und diese hohe Latte konnten wir aktuell halten.“