Erstellt am 25. Februar 2016, 05:49

von Christoph Dworak

Stadt bemüht sich um den Durchgang. Die lange Zeit freiwillig tolerierte Öffnung der Verbindung zur Lerchengasse soll künftig garantiert bleiben.

Der »gegen jederzeitigen Widerruf freiwillig gestatteter Durchgang« wird noch länger nicht zur Verfügung stehen. Gespräche mit dem Nachbesitzer laufen.  |  NOEN, Christoph Dworak

Über 50 Jahre sorgte ein Familienbetrieb in der Klostergasse 22 dafür, dass Heimwerkern, Bastlern, aber auch Künstlern stets das richtige Material zur Verfügung stand: Lothar, Elisabeth und Tochter Barbara Mittermayer waren Garanten für fachlich fundierte und persönliche Beratung in ihrem „Farbengeschäft“. Der Tod von Lothar Mittermayer vor fast genau zwei Jahren läutete das Ende des Betriebes ein.

Das Gebäude wurde mittlerweile verkauft, was vor allem Fußgänger zu spüren bekommen. Denn der Durchgang von der Klostergasse zum Parkplatz Lerchengasse ist seit geraumer Zeit gesperrt. Sehr zum Ärger vieler Autofahrer, die nun längere Wege Richtung Stadtzentrum vor sich haben, wenn sie ihr Fahrzeug in der Lerchengasse abgestellt haben.

Baudirektor Werner Deringer erklärte auf NÖN-Anfrage die Geschichte des Durchgangs: der einstigen Öffnung (tagsüber) habe Lothar Mittermayer auch aus Eigenwerbung zugestimmt; die Schaufenster sollten bestaunt werden können.

Verbindung Bestandteil des Leitbildes

Nachdem das Geschäft nicht mehr existiert, habe die Familie – auch aus Sicherheitsgründen – den Durchlass vorübergehend geschlossen. „Wir als Stadt haben sofort eine Bausperre verhängt“, betonte Deringer. Mit dem Hintergrund, dem künftigen Eigentümer den Durchgang de facto vorschreiben zu können. „Diese Verbindung ist Bestandteil in unserem generellen Leitbild“, merkte Deringer an.

Die Reaktion der Gemeinde (Bausperre) trage bereits Früchte; mit der Firma, die das Objekt Klostergasse 22 erstanden hat, habe es bereits erste Gespräche über die dauerhafte Öffnung der Verbindung zwischen Klostergasse und Lerchengasse gegeben.

Kürzeste Wege für Fußgänger

Auch aus der Sicht von Verkehrs-Stadtrat & Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grünen, ein Schritt in die richtige Richtung: „Wir bemühen uns, Fußgängern die kürzesten Wege anzubieten. Deshalb hat dieser Durchgang wesentliche Bedeutung für uns. Wir werden alles tun, um ihn wieder dauerhaft offen zu halten.“

Ernst wird es Ende März, da wird der Besitzerwechsel endgültig unter Dach und Fach sein. Wiewohl Deringer anmerkt: „Wir müssen uns schon im Klaren sein, dass der Durchgang auch während des zu erwartenden Umbaus nicht zur Verfügung stehen wird.“