Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:52

von Alexander Wastl

Die Tugend als Sargnagel. Alexander Wastl über das Debakel gegen Salzburg.

0:8 in Salzburg: Da werden die Admira-Kritiker natürlich wieder auf den Plan gerufen. Das Debakel bietet freilich einen idealen Nährboden für die Anhänger der „Die haben einfach nur Glück“-These.

Allzu schön braucht man die Niederlage auch nicht reden, das tut in der Südstadt auch niemand. Dabei wurden die Admiraner einfach für ihre Tugenden bestraft. Anstatt beim 0:2 aufzustecken und einen Abwehrriegel zu errichten, glaubte die Admira-Truppe an eine Aufholjagd. Mit „Herzblut“ wollten die Südstädter ihrem Leitspruch gerecht werden. Der einzige Fehler dabei war, dass das gegnerische Team Salzburg hieß. Die Mozartstädter erwischten wohl einen ihrer besten Tage in dieser Saison, egal was die „Bullen“ taten, es funktionierte einfach. Dieser Spielfreude, gepaart mit der individuellen Klasse, hätte kaum eine österreichische Mannschaft etwas entgegenzusetzen gehabt.

Wie machtlos man gegen so einen Gegner sein kann, mussten auch die Salzburger schon am eigenen Leibe erfahren. Man erinnere sich gegen das 0:7 gegen Rapid 2008. Die Admira war ob der guten Saison sowie dem 4:0-Sieg über Mattersburg euphorisiert und lief ins offene Messer. Sei’s drum: In den kommenden Spielen wird „Herzblut“ wieder für positive Schlagzeilen sorgen.