Erstellt am 20. April 2017, 03:50

von Alexander Wastl

Die Zeiten ändern sich. Alexander Wastl über die erste Cup-Pleite von Hypo.

Am Samstag ereignete sich in Österreichs Damen-Handballwelt ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala. Hypo Niederösterreich verlor im 30. Antreten – erstmals seit der Einführung des Bewerbs – das ÖHB Cup-Finale.

Eine Wachablöse nach mehreren Jahrzehnten unantastbarer Dominanz? Wohl kaum. Hypo wird auch weiterhin große Gejagte im nationalen Handball sein. Allerdings muss den Südstädterinnen bewusst werden, dass auch die heimische Liga und eben der Cup-Bewerb kein Selbstläufer mehr sind.

Hypo hat nach wie vor die Klasse, heimische Mannschaften vorzuführen. Das hat man in der aktuellen Saison oft genug bewiesen – auch gegen Cup-Schreck Margareten. Allerdings können die Südstädterinnen mit mangelhafter Einstellung auch gegen fast jeden Gegner Probleme bekommen.

Die Zeiten, in denen Spielerinnen wie Oh Seong-ok, Fernanda da Silva und Co. Partien quasi im Alleingang entschieden, sind vorbei. Hypo ist kein Profi-Betrieb mehr. Die Spielerinnen studieren, sind berufstätig, verfolgen auch andere Interessen.

Zeiten ändern sich eben. In der Südstadt kocht man nur mehr mit Wasser. Daran muss sich die Erwartungshaltung des Vereins und die Einstellung der Spielerinnen noch anpassen.