Erstellt am 04. November 2015, 06:22

von Gerald Burggraf

Kran-Spezialist "Prangl" verlässt Brunn - 270 Jobs weg!. Zentrale von „Prangl“ in der Industriestraße B10 wanderte vor 30 Jahren von Wien nach NÖ. Nun kehrt man zurück.

Die (Noch-)Brunner Firma Prangl ist mit ihren Maschinen auch aktiv am Bau des Allianz-Stadions des Wiener Fußballvereins SK Rapid Wien in Wien-Hütteldorf beteiligt.  |  NOEN, Prangl

Nach 35 Jahren in Brunn am Gebirge wird das international tätige Familienunternehmen „Prangl“ Niederösterreich verlassen und zu seinen Wurzeln nach Wien zurückkehren. 1965 hatte Josef Prangl das Unternehmen in der Bundeshauptstadt gegründet.

Im Jahr 1980 wurde der Hauptstandort nach Brunn verlegt. Der heutige Geschäftsführer Christian Prangl wuchs buchstäblich im Brunner Industriegebiet auf. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit meinem Fahrrad mit Stützrädern hier umhergefahren bin“, erzählt er im NÖN-Gespräch.

Dennoch wird sein Unternehmen nach Wien-Liesing übersiedeln. Voraussichtlich wird die neue Zentrale bereits im Oktober 2016 südlich des Großgrünmarktes zu finden sein. „Wehmut verspüre ich aber keinen, vielmehr freue ich mich über die neuen Möglichkeiten“, so Prangl, der sukzessive die Führung des Familienbetriebs übernahm.

Wehmut verspüre ich durch den Abgang keinen,
vielmehr freue ich mich über die neuen Möglichkeiten.“
Geschäftsführer Christian Prangl

Auch die Gründe für den Abschied sind nur bedingt an die Marktgemeinde Brunn geknüpft. Vielmehr ließen es die Rahmenbedingungen nicht mehr zu, im Bezirk Mödling zu bleiben. „Die Kooperation mit der Gemeinde hat immer funktioniert. Wir hatten ein normales Verhältnis, auch wenn es nicht allzu viele Anknüpfungspunkte gab“, erläutert der Geschäftsführer im Gespräch mit der NÖN.

Die Begründung für den Standortwechsel liegen laut Prangl auf der Hand. „Es war schlichtweg der Platzmangel. Mein Vater hat damals mit einem Grundstück begonnen. Mittlerweile besitzen wir vier mit einer Gesamtfläche von rund 26.000 m. Teils sind die Grundstücke aber sogar durch eine Straße getrennt. Das sind keine idealen Voraussetzungen“, weiß der Firmenchef. Einen geeigneteren Standort in Brunn oder Umgebung konnte jedoch nicht gefunden werden.

In Wien habe man nun eine Fläche von 67.000 m zur Verfügung. „In einem ersten Schritt werden in etwa 50.000 m verbaut“, berichtet Prangl. Sämtliche der rund 270 bisher in Brunn arbeitende Mitarbeiter übersiedeln mit nach Wien. Den Plan, in die Bundeshauptstadt zu übersiedeln, gibt es übrigens schon seit vielen Jahren. „Das Projekt war schon kurz vor der Fertigstellung der S1 (die Wiener Umfahrungsschnellstraße wurde 2006 eröffnet, Anm.) fertig. Allerdings kam uns da die erste Krise in die Quere und wir beschlossen, das Vorhaben aufzuschieben. Jetzt ist es aber der richtige Zeitpunkt“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Brunner Prangl-Gründe sollen verkauft werden

Die bald verlassenen Gründe gehören dem Spezialisten für Kranverleih, Schwertransporte, Schwerlastverbringungen und Arbeitsbühnen selbst. Was damit passieren wird, ist noch nicht ganz klar. Firmenchef Christian Prangl geht jedoch von einem Verkauf aus. „Der Standort ist gut, es gibt eine tolle Anbindung ans hochrangige Straßennetz. Ich glaube schon, dass es viele Interessenten geben wird“, gewährt er einen Blick in die Zukunft.

Davon ist auch Bürgermeister Andreas Linhart, SPÖ, überzeugt. „Natürlich tut es uns leid, es wird aber sicher einen Nachfolger geben“, erläutert er. Gehört habe er zwar noch nichts, Anfragen von Firmen, nach Brunn zu kommen, gebe es aber beinahe stetig.