Erstellt am 13. Juli 2016, 04:40

von Christoph Dworak

Land „nicht unsozial“. Sachwalter liegt mit der Bezirkshauptmannschaft Mödling wegen 227 Euro-Nachforderung im Clinch.

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Alexander Velas versteht die Welt nicht mehr. Die Bezirkshauptmannschaft Mödling fordere Geld von seinem behinderten Bruder Herbert, dessen Sachwalter er ist. Konkret „25,26 Euro im Monat, da Herbert bei der Lebenshilfe ,arbeitet’. Und die Eltern dürfen auch noch um die 60 Euro monatlich an die Bezirkshauptmannschaft bezahlen“, regt sich Alexander Velas in einer E-Mail, die auch an die NÖN adressiert ist, auf.

„Wenn wir Herbert daheim lassen würden, würden er und die Eltern besser aussteigen. So schaut also die Integration behinderter Österreicher in Niederösterreich aus. Menschlichkeit wird beim Land Niederösterreich anscheinend sehr klein geschrieben, schade“, bedauert Alexander Velas.

Eigenbetrag und Selbstbehalt

Bezirkshauptmann Philipp Enzinger präzisiert auf NÖN-Anfrage: „Bei den 25,26 Euro handelt es sich um den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenbetrag, bei den 60 Euro um den Selbstbehalt.“ Beträge, die verpflichtend sind und nicht nachgesehen werden können.

Das Land zahle monatlich 1.300 Euro für die Unterbringung von Herbert Velas in der Lebenshilfe-Tagesstätte. Von einem „unsozialen Land“ könne also keine Rede sein.

Die Aufforderung zur Nachzahlung von bereits 227 Euro bleibt aufrecht.