Erstellt am 15. September 2015, 09:43

von Christoph Dworak

Land sucht Platz für über 30 Container. Bis zu 60 Asylanten werden in Mödling ein vorübergehendes Zuhause finden. Die Standortsuche läuft.

Michael Dorfstätter vom Jugendrotkreuz Mödling - hier mit Stadträtin Karin Wessely - koordiniert die »WILLKOMMEN Mödling«-Plattform.  |  NOEN, Foto: privat

Aufgrund des nicht abreißen wollenden Flüchtlingsstromes ist das Land bemüht, rasch Unterkünfte anbieten zu können. Bei einem Besuch in St. Gabriel hat der zuständige Landesrat Maurice Androsch, SPÖ, bereits in der Vorwoche erklärt, noch 800 Plätze für Flüchtlinge schaffen zu wollen. Darunter auch in Mödling.

Hintner bestätigt, dass die Planungen für ein Containerdorf auf Landesgrund laufen. Über 30 Container sollen als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, eventuell auch für Kinder mit Müttern, geschaffen werden. Und vermutlich nicht auf den Leiner-Gründen beim Krankenhaus, eher im Bereich der Wirtschaftskammer, meint Hintner. „Dort gibt es die notwendige Infrastruktur wie Wasser- und Kanalanschlüsse.“

Anton Heinzl aus dem Büro Androsch erwiderte auf NÖN-Anfrage am Montag: „Es ist richtig, dass wir Mödling auf unserem Plan haben. Wir wollen insgesamt 60 Personen unterbringen. Die Betreuung wird die Diakonie überhaben.“ Auf welchem Areal sei noch nicht fix. Die Entscheidung werde bis Mitte Oktober fallen.

Zweite Hilfs-Plattform hat sich formiert 

„connect.mödling“, die von Grünen-Gemeinderätin Anna Teichgräber ins Leben gerufene überparteiliche Flüchtlingsinitiative, hat „Verstärkung“ in der eigenen Stadt bekommen: „WILLKOMMEN in Mödling“ – eine parteiunabhängige offene Plattform zur Bündelung und Koordination von Hilfe für Flüchtlinge in Mödling und Umgebung. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Mödlinger Jugendrotkreuzes sowie zahlreicher engagierter Privatpersonen.

Unter den Initiatoren der Plattform sind Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, SP-Kulturstadträtin Karin Wessely, Marina Gschmeidler (Kulturvermittlerin), Nina Leitner (Gemüsehändlerin Freiheitsplatz), Doris Pikisch (Betreiberin der Stadtgalerie Mödling), Internistin Ingrid Schütz-Fuhrmann und Nicole Stigler. Michael Dorfstätter vom Jugendrotkreuz betont auf NÖN-Anfrage: „Wir sind keine Konkurrenz.

Wir wollen ebenso bestmöglich unterstützen und die bestehende Hilfsbereitschaft der Mödlingerinnen und Mödlinger bündeln – etwa beim Deutschlernen, beim Einkaufen, bei Kindergarten- und Schulfragen, bei Behördenwegen und Arztbesuchen, aber auch ganz generell bei der Freizeitgestaltung und beim Finden von Kontakten zu anderen Mödlingerinnen und Mödlingern.“

Ein Fakt, den auch Stadtchef Hintner bestätigt: „Ich habe bei vielen Anfragen und Gesprächen gemerkt, dass es viele unterschiedliche Zugangsformen zu einem höchst positiven Thema gibt.“ Diese umfassenden Hilfsangebote würden nunmehr durch bewährte Organisatoren unter der Federführung des Roten Kreuzes zusammengefasst werden. Beim Infoabend von „connect.mödling“ am Montag im Schöffel-Haus (nach Redaktionsschluss) waren auch „WILLKOMMEN“-Vertreter mit dabei: „Unser Ziel ist helfen und helfen zu helfen“.

Anlaufstellen

 „WILLKOMMEN in Mödling“. Infos unter 0699 144 21 244 oder michael.dorfstaetter@roteskreuz.at .

 „connect.mödling“  www.connectmoedling.at

Stadtgemeinde Mödling  www.moedling.at