Erstellt am 15. Mai 2016, 05:34

von Raphaela Edelbauer

Der Postpartner beliefert Senioren. Wolfgang Viktora fährt ab sofort für die Kunden sogar einkaufen.

Viel Ärger können Haustürgeschäfte bringen, denn nicht jeder Vertrag kommt nach reiflicher Überlegung zustande. Manchmal wird man überrumpelt, wenn es unangemeldet an der Haustür klingelt und Vertreter lästig fallen.  |  NOEN, CBCK / Shutterstock.com

Dass in der Südstadt ein Mobilitätsproblem besteht, ist seit jeher bekannt. Keine Aufzüge in vielen Häusern, nun nicht einmal mehr ein richtiger Nahversorger im maroden Einkaufszentrum – die NÖN berichtete.

Um die dringendste Not der Leute zu lindern, bietet der neue Postpartner Wolfgang Viktora nun ein Service der besonderen Art an: „Die Leute rufen bei mir an, welche Produkte sie brauchen, ich fahre einkaufen und sie können ihre Sachen am nächsten Tag bei mir abholen.“

Das Angebot sei vom ersten Tag an auf überwältigende Zustimmung seitens der Senioren gestoßen, von denen die meisten kein Auto haben, um Waschmittel oder Hygieneartikel zu besorgen. „Wenn es Leute gibt, die es partout die Stiegen nicht mehr herunterschaffen, bringe ich das Paket sogar hinauf“, so der Postpartner.

„Nahversorgungskrise ist verheerend“

Das Mobilitätsproblem sei nun nur die Spitze eines lange gesehenen Eisbergs, meint Hildegard Obmann von den „Aktiven“, die als Gemeinderätin für Soziales und Senioren zuständig ist. „Die Nahversorgungskrise ist in einer solchen ,Seniorenstadt’ wie der Südstadt natürlich besonders verheerend. Umso lobenswerter ist es, dass Wolfgang Viktora hier den Leuten derart unter die Arme greift. Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft noch viele solcher Lösungen andenken müssen.“