Erstellt am 04. März 2016, 06:09

von Raphaela Edelbauer

Überwachung-Initiative: „Geht nicht um Asyl“. Durch die Ereignisse in Köln sind Bürgerwehren wieder ins mediale Zentrum gerückt – auch in Maria Enzersdorf.

Robert Scherzer: »In St. Gabriel gehen wir gar nicht patrouillieren.«  |  NOEN, Gemeinde

Seiner Initiative ist es wichtig, nicht als „Bürgerwehr“ bezeichnet zu werden, meint Robert Scherzer, ehemaliger FPÖ-Gemeinderat aus Maria Enzersdorf. „Das klingt so paramilitärisch und amerikanisch.“ Dabei existiere sein Überwachungszusammenschluss schon seit 2004.

Die Ereignisse in Köln hätten dem Thema nur neuen Aufschwung verliehen. „Wir patrouillieren meist zu zweit und melden verdächtige Aktivitäten der Polizei. Erfolge haben wir immer wieder, zuletzt im Herbst, als wir einen weißen Laster mit gestohlenen Fahrrädern entdeckten. Solche Erfolge haben wir im Prinzip alle paar Monate einmal. “

Keine Probleme mit Asylwerbern

Aber, so betont Scherzer: „Mit den Asylwerbern hat das gar nichts zu tun, da hat es in Maria Enzersdorf noch nie Probleme gegeben. Deswegen gehen wir auch in St. Gabriel nicht, eher im Siedlungsgebiet und bei der Badnerbahn.“

Thomas Hofbauer, Polizeiinspektionskommandant von Maria Enzersdorf, meint in Bezug auf die private Überwachung: „Grundsätzlich ist für die Sicherheit die Polizei zuständig. Natürlich sind wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und versuchen hier, Bewusstseinsbildung zu betreiben, damit die Scheu, uns anzurufen, sinkt.“

Aber: „Sogenannte Bürgerwehren dürfen auf keinen Fall zu eigenmächtigem Handeln verleiten. Niemals sollte sich jemand dazu versteigen, die Polizeiarbeit zu verrichten. Das wäre gefährlich und nicht in unserem Sinne. Im Grunde stehen wir Überwachungsmaßnahmen vonseiten der Bevölkerung neutral gegenüber.“