Mödling

Erstellt am 23. April 2017, 02:15

von Christoph Dworak

Abschiebe-Thema: „Menschen eine Perspektive bieten“. Flüchtlingsbeauftragter Harald Ropez glaubt: „Leute reden aneinander vorbei.“

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, mit dem Flüchtlingsbeauftragten der Stadt, Harald Ropez (r.).  |  Gemeinde

Die aktuelle Debatte in Mödling rund um die Verhinderung von möglichen Abschiebungen von Flüchtlingen – die NÖN berichteten – ist nicht spurlos am Flüchtlingsbeauftragen der Stadt, Harald Ropez, vorbeigegangen.

„Ich glaube, dass hier viele Leute einfach massiv aneinander vorbei reden. Für mich ist selbstverständlich, dass in einem Rechtsstaat rechtskräftige behördliche Entscheidungen auch umzusetzen sind. Dennoch muss es in einer Demokratie aber auch erlaubt sein, Entscheidungen zu hinterfragen. Ist etwa Afghanistan tatsächlich ein sicheres Land, in das man Menschen zurückschickt?“

Ebenso werde „wohl jeder, der einmal mit einem der geflüchteten jungen Menschen gesprochen hat, sehr intensiv über die vermeintliche Sicherheit am Hindukusch nachdenken“.

"Jungen Menschen muss man eine Perspektive zeigen"

Als Flüchtlingsbeauftragter liege ihm „ein gedeihliches Miteinander in unserer Stadt sehr am Herzen. Die Mödlinger Bevölkerung soll und darf durch die Unterbringung von Flüchtlingen keine Nachteile erleiden. Gleichzeitig muss aber auch eine menschenwürdige und zukunftsorientierte Betreuung und Unterbringung der Schutz und Hilfe suchenden Menschen sichergestellt sein. Dass dies bei uns problemlos möglich ist und nahezu klaglos funktionieren kann, haben die beiden letzten Jahre bewiesen“, meint Ropez.

Sehr traurig stimmen ihn so manche Kommentare zum Thema „Abschiebung“ in den sozialen Medien: „So mancher dürfte vergessen, dass er in einem Rechtsstaat lebt, dessen Gesetze einzuhalten sind; anderen wiederum, die sonst so gerne ein christliches Fähnchen vor sich her tragen, sind offensichtlich die Gebote der Nächstenliebe und der Mildtätigkeit gänzlich fremd geworden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man jungen Menschen eine Perspektive bieten muss.“

Ropez stimmt aktuell zumindest ein Umstand froh: „Bürgermeister Hans Stefan Hintner hat zugesagt, dass wir das im Vorjahr gestartete Projekt, in den Sommermonaten Flüchtlinge im Stadtbad zu beschäftigen, auch heuer fortsetzen werden.“