Mödling

Erstellt am 12. April 2017, 04:40

von Christoph Dworak

Angst vor Abschiebung: Verein startet Petition. Flüchtlingsnetzwerk „Connect Mödling“ setzt Zeichen – Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, winkt ab.

Das Flüchtlingsnetzwerk zittert mit den betreuten Jugendlichen um mögliche Abschiebungen.  |  privat

SPÖ und Grüne haben sich bereits gegen mögliche bevorstehende Abschiebungen von Flüchtlingen ausgesprochen – die NÖN berichteten –, jetzt schlägt auch das in Mödling tätige Flüchtlingsnetzwerk „Connect Mödling“ in dieselbe Kerbe: „Wir haben im letzten Jahr eine Vielzahl von Deutschkursen und Freizeitaktivitäten auf die Beine gestellt“, sagt Connect Mödling-Mitglied Barbara Kreuzer: „Über 100 Flüchtlinge haben ihre Deutsch-Zertifikate. Darüber hinaus haben viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen inzwischen einen Schulplatz an der HTL und sind auf dem besten Wege, sich zu integrieren.“

Viele der Burschen hätten nun Angst, denn nach einem negativen Bescheid drohe ihnen die Abschiebung nach Afghanistan. „Diese jungen Menschen sind uns sehr ans Herz gewachsen“, beteuert Kreuzer: „Es darf nicht sein, dass man jene Menschen, die sich gut integrieren, die mittlerweile unsere Freunde und Mitschüler geworden sind, zurück nach Afghanistan schickt. In ein Land, für das in Österreich Reisewarnung gilt.“

"Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan"

Deshalb hat das Flüchtlingsnetzwerks kurzerhand – unter dem Motto „Wir ehrenamtlich Arbeitenden setzen ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land“ – eine Petition gestartet: „Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan“.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, schätzt die Arbeit des Flüchtlingsnetzwerks „sehr. Was allerdings die Petition betrifft, gehen unsere Meinungen inhaltlich diametral auseinander“. Ein junger Flüchtling könne noch so lern-, sprach- und integrationsbereit sein – „das alles sind keine Gründe für die Gewährung von Asyl“. Der Behörde, dem Innenministerium, müsse erlaubt sein, alle Fakten zu prüfen und dann zu entscheiden.

„Natürlich werden wir das Flüchtlingsnetzwerk weiterhin unterstützen und alles dafür tun, dass das friedliche Zusammenleben weiterhin gewährleistet wird. Ich bin auch davon überzeugt, dass Bildung nie verlorener Aufwand ist“, meint Hintner. Auch im Fall der Abschiebung.