Erstellt am 08. April 2016, 05:44

von Kristina Mitrovic

Ansturm aufs Gym. Volksschulkinder wissen nicht, wie es weitergeht. Das Gymnasium Bachgasse musste viele abweisen.

Reinhard Gogola, Direktor des BG Bachgasse.  |  NOEN, Karl Stiefel

Die Gymnasien können sich des Schüleransturms kaum noch erwehren. Die Anzahl der Anmeldungen von Volksschulkindern steigt stetig und seitens der Eltern gibt es folglich viele Beschwerden. Denn nicht alle Schüler, die im kommenden Jahr in ein Gymnasium in Mödling wechseln wollen, bekommen auch einen Platz.

Das Bundesgymnasium Bachgasse musste insgesamt 20 Kinder abweisen. Mit 200 Anmeldungen und nur 175 freien Plätzen kann die Schule keine weiteren Schüler mehr aufnehmen: „Wir haben nur sieben erste Klassen und insgesamt 41 im Schulgebäude. Es ist räumlich einfach nicht mehr möglich. Da verstehe ich es, dass die Eltern nicht besonders glücklich darüber sind und es auch Beschwerden gegeben hat“, meint Reinhard Gogola, Direktor der Bachgasse.

Ebendort habe es 15 Schüler gegeben, deren Eltern sich bei der Clearingstelle des Landesschulrates für Niederösterreich gemeldet haben. „Für diese Schüler konnte eine Lösung gefunden werden; es ist gelungen, AHS-Plätze sicherzustellen“, macht Pressesprecher Fritz Lengauer deutlich.

„Nach wie vor sind im Bezirk Mödling 
zu wenig Schulplätze in den Gymnasien 
der Region vorhanden“,
Michael Päuerl, Direktor BG Keimgasse

Auch Johann Heuras, amtsführender Präsident des Landesschulrates, weiß um die prekäre Situation: „Wir bemühen uns, in enger Abstimmung mit den Eltern gute und den Begabungen der Kinder entsprechende Lösungen für die Schüler anzubieten“.

Im Bundesgymnasium Keimgasse mussten zwar keine Schüler abgewiesen werden, dennoch kommt es teilweise zu überfüllten Klassen, wie Direktor Michael Päuerl nicht unerwähnt lässt: „Nach wie vor sind im Bezirk Mödling zu wenig Schulplätze in den Gymnasien der Region vorhanden. Die Schulen arbeiten mit einschneidenden Beschränkungen und Notlösungen, um den Wünschen der Eltern und ihrer Kinder gerecht zu werden.“

Auch die berufsbildenen Schulen müssen mit Problemen kämpfen. Direktorin der Vienna Business School Marina Röhrenbacher gibt an: „Wir haben eine Warteliste für alle Schüler. Für die Gymnasien wäre es von Vorteil, wenn nach der Unterstufe auch einige an die Berufsschule wechseln. Wir bieten dazu drei Schultypen an. Dadurch haben die Schüler mehr Möglichkeiten“.

Die Jakob Thoma-Mittelschule versucht, ebenfalls an Attraktivität zu gewinnen: „Ab dem nächsten Schuljahr starten wir mit einem neuen Schwerpunkt“, verrät Direktorin Elisabeth Leitner.