Erstellt am 17. März 2015, 11:13

von Gerald Burggraf

Februar: Zehn Prozent mehr Arbeitslose. Die Zahl an Jobsuchenden steigt auch 2015 weiter. Im vergangenen Monat waren immerhin 4.333 Menschen ohne Job.

Mödlings AMS-Chef Werner Piringer sieht in den kommenden Monaten eine anhaltende flaue Entwicklung am Arbeitsmarkt.  |  NOEN, Edelbauer

Mit 11,1 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Niederösterreich im österreichweiten Durchschnitt. Leicht besser stellt sich die Situation im Bezirk Mödling mit einer Quote von 8,8 Prozent dar. Insgesamt waren im vergangenen Monat 4.333 Personen ohne Job, ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr. Zusätzlich befanden sich 585 Arbeitssuchende in Schulungen des AMS.

Starke Anstieg bei  Arbeitslosen 50+

„Gerade für ältere Arbeitslose und Menschen mit Vermittlungseinschränkungen wird es immer schwieriger, wieder aus der Arbeitslosigkeit in das Berufsleben zu finden“, erläutert Mödlings Geschäftsstellenleiter Werner Piringer.

So lag etwa die Zahl der schwieriger zu vermittelnden Personen immerhin 13,6 Prozent über jenem Wert des Jahres 2013. Bei über 50-Jährigen waren es noch 10,4 Prozent. „Der weiterhin starke Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Personen ab 50 Jahren ist jedoch auch durch besonders geburtenstarke Jahrgänge bestimmt“, relativiert Piringer.

Gleichzeitig sei die Zahl der Beschäftigten, auch jener der über 50-Jährigen, gestiegen. „Da die inländische Bevölkerung im Erwerbsalter schrumpft, ist der Anstieg der Beschäftigung vom Zuzug aus dem Ausland getragen. Zudem steigt das Angebot in der Altersgruppe ab 50 Jahren“, analysiert der AMS-Chef.

Priorität: Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit 

Ganz oben auf der Agenda steht der Kampf gegen Alters- und Langzeitarbeitslosigkeit. „Wir haben uns heuer vorgenommen, zumindest 180 Personen, die der Generation 50+ angehören und länger als ein halbes Jahr arbeitslos vorgemerkt sind, nachhaltig in das Berufsleben zu integrieren“, so Piringer. Daher müsse man auch klare Prioritäten bei den Budgetmitteln setzen. Ehrgeizige Ziele gibt es auch am Stellenmarkt. So sollen 5.200 freie Stellen und Lehrstellen besetzen werden. Dafür wird der Kontakt zu den Unternehmen erneut intensiviert.