Erstellt am 22. Juni 2016, 06:25

von Christoph Dworak und Karl Stiefel

„FPÖ-Fest“ ohne Gegendemo. Das Treffen hochrangiger europäischer Rechts-Politiker in „Pyramide“ verlief ruhig.

Oberstleutnant Oliver Wilhelm, Inspektor Walter Seltenheim (Polizeiinspektion Mödling), Bezirkshauptmann Philipp Enzinger, Kontrollinspektor Klaus Schmidl (Bezirkspolizeikommando), Wilhelm Peschke von der Bezirkshauptmannschaft, Abteilungsinspektor Günther Nehyba (BPK), Bezirksinspektor Norbert Vogel (BPK).  |  NOEN, zVg

Alarmstufe Rot herrschte am Freitag in der und rund um die „Pyramide“ in Vösendorf. FPÖ-Bundespartei- und Klubobmann Heinz Christian Strache hat zum „Patriotischen Frühling“ geladen; unter anderem waren Marine Le Pen, Vorsitzende der französischen „Front National“, Marcus Pretzell von der deutschen AfD (Alternative für Deutschland) sowie hochrangige Funktionäre der Freiheitlichen Partei Europas mit von der Partie.

Angesichts der schrecklichen Bilder aus Wien – wenige Tage zuvor hatten sich Anhänger der PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) und Linke eine regelrechte Straßenschlacht mit zahlreichen Verletzten geliefert – schmiedeten die Sicherheitsbehörden einen Einsatzplan, um gegen etwaige Störaktionen gerüstet zu sein.

Unter anderem trafen Experten des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, der Landespolizeidirektion, des Einsatzkommandos Cobra, örtliche Exekutivkräfte im Vorfeld im Beisein von Bezirkshauptmann Philipp Enzinger die notwendigen strategischen Einscheidungen und richteten in der „Pyramide“ eine Einsatzzentrale ein.

Enzinger konnte als behördlicher Einsatzleiter am Freitagnachmittag im NÖN-Gespräch schon einmal aufatmen: „In Wien hat es nach der Pressekonferenz nur eine ganz kleine Demo mit 50 Teilnehmern gegeben, die völlig friedlich verlaufen ist. Und auch hier ist bislang alles ruhig.“ Und es sollte so bleiben.


Oberstleutnant Oliver Wilhelm, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant und exekutiver Einsatzleiter, machte deutlich, dass man gut vorbereitet an die Sache herangegangen sei. Fast 140 Beamte seien in Bereitsschaft gewesen, alles in allem ließen sich knapp 2.000 Teilnehmer das „Frühlingsfest“ nicht entgehen.

Besucher hatten auch aufgerüstet: Pfefferspray

Viele davon dürften dem Frieden nicht getraut haben, denn der Sicherheitsdienst hatte bei den Einlasskontrollen doch einiges zu tun. Unter anderem mussten Pfeffersprays, Messer, ein als iPhone getarnter Elektroschocker (=verbotene Waffe) abgenommen werden.

Dennoch: „Es ist zu keinen nennenswerten Vor- beziehungsweise Zwischenfällen gekommen“, zeigten sich Enzinger und Wilhelm zufrieden. Und bedankten sich „bei allen eingesetzten Fremdkräften für die äußert gute, professionelle und unkomplizierte Zusammenarbeit“.