Mödling

Erstellt am 06. Juli 2016, 05:51

von Christoph Dworak

Gebäude-Manager für das Rathaus gesucht. Die Gemeinde will ihre Liegenschaften und Infrastruktureinrichtungen in einer neuen Abteilung bündeln.

FPÖ-Gemeinderat Harald Thau sprach sich „gegen eine erfundene Abteilung“ aus.  |  NOEN, FPÖ

Stadträtin Franziska Olischer, ÖVP, hat die 2010 gestartete Verwaltungsreform vorangetrieben. „Durch das gezielte Durchleuchten der Prozessabläufe konnten bis 2012 fünf Dienstposten durch Pensionierungen eingespart werden; es gab keine einzige Kündigung.“ Bis Ende 2016 werden dadurch 940.000 Euro an Personalkosten eingespart sein.

Der nächste große Brocken wird jetzt fällig. Kommunales Facility Management ist das Thema: „Mit Inkrafttreten des Energieeffizienzgesetzes musste man sich erstmals intensiv mit den vorhandenen Liegenschaften und Infrastruktureinrichtungen auseinandersetzen, um die notwendigen Daten für die Energiebuchhaltung liefern zu können“, merkte Olischer im NÖN-Gespräch an.

Personal-Stadträtin Franziska Olischer und „Verwaltungsreform“-Stadtrat Gerald Ukmar, beide ÖVP, setzen auf eine eigene „Hausverwaltung“-Abteilung.  |  NOEN, Christoph Dworak

Das habe gezeigt, dass das diesbezügliche Fachwissen bei Mitarbeitern mehrerer Abteilungen (Bauamt, Wirtschaftshof), „Mödling Wohnen“ und der „Betriebsgesellschaft“ liegt, es aber keine Bündelung der Kräfte und schon gar keinen Hauptansprechpartner gebe.

2015 hat Stadtrat Gerald Ukmar, ÖVP, die „Verwaltungsreform“-Agenden übernommen. Auch für ihn ist klar: „Wir müssen unser riesiges Immobilienvermögen ganz klar verankern.“

VP: Referat mit all den Agenden überfordert

Die Agenden einem Referat aufzubürden, hält er für nicht sinnvoll. Daher ist der Zug im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung mit Stimmenmehrheit in Richtung der Schaffung einer eigenen Abteilung abgefahren.

Er sei überzeugt, dass das der richtige Schritt sei, um den Aufgaben eines Facilitymanagements am effizientesten nachzukommen. Nunmehr folge die Ausschreibung der Position des Abteilungsleiters und des Stellvertreters.

Ein klares Nein gab’s von der FPÖ: Die im Zuge der Verwaltungsreform „erfundene Abteilung“ werde abgelehnt, merkt Harald Thaus im NÖN-Gespräch an. Die schlage sich jährlich mit etwa 130.000 Euro zu Buche, im Übrigen habe der Rechnungshof 2008 Kritik an „zu vielen Funktionsdienstposten in der Stadt Mödling geübt“, merkte Thau an. Mehrere Zusatzanträge waren die Folgen.

Schlussendlich präzisierte Ukmar das Prozedere. Nach der erfolgten öffentlichen Ausschreibung werden Vertreter aller Parteien und Listen zum Hearing geladen. Olischer ergänzte in ihrer Funktion als Personal-Stadträtin: „Die Kritik spornt an, die Sache nun noch besser vorzubereiten.“

Nicht öffentlich? FP-Aufsichtsbeschwerde

Noch nicht vorbei ist die Causa für FPÖ-Stadtparteiobmann & Stadtrat Daniel Könczöl: Er hat Aufsichtsbeschwerde beim Land erstattet: Die für die Schaffung einer Abteilung notwendige „Änderung des Dienstpostenplanes“ sowie die „Verordnung über die Zuerkennung der Funktionsdienstposten“ hätten im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt werden müssen: Die Punkte seien „eindeutig dem Voranschlag bzw. dem Rechnungsabschluss zuzuordnen und somit eindeutig in der öffentlichen Sitzung zu behandeln“.

Ziele

  • Ökonomie: Optimierung des Betriebes und der Werte der Gebäude und der Infrastruktur.
  • Ökologie: Steigerung der Energieeffizienz bzw. Erreichen von Energieleistungskennzahlen, Einsparung von Ressourcen (Wasser, Chemikalien, Reduktion von CO2-Emissionen, Erhöhung des Anteils „Erneuerbarer Energien, Optimierung des Abfallmanagements“).
  • Soziales: Optimierung der Mietverhältnisse im Sinne der Stadtgemeinde.

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