Mödling

Erstellt am 05. August 2016, 07:19

von Gerald Burggraf

HTL-Schüler bauen WC-Anlage in Afrika. Mit dem Verein „EZA-HTL Mödling“ reisten acht Jugendliche und sieben Lehrer für den Bau eines Sanitärgebäudes nach Südafrika.

Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher (hinten links) mit Teamleiter Eduard Halmer (hinten 2.v.r.) sowie den Lehrern Josef Holzapfel, Hannelore Holzapfel, Otto Weilguni, Johannes Novoszel und Christine Zwingl und den Schülern Sara Holzapfel, Michaela Kutschera, Michaela Varilek, Tamara Molnar, Johanna-Marlene Fügl, Raphael Merhaut, Tim Spiegelhofer und Likas Sölkner.  |  NOEN, privat

„Das Ergebnis unserer Arbeit hat die Erwartungen unseres Projektpartners weit übertroffen“, berichtet Eduard Halmer, Obmann des Vereins „Entwicklungshilfezusammenarbeit HTL Mödling“ (EZA), stolz. In den vergangenen Wochen errichteten acht Schüler und Absolventen sowie sieben Lehrer nämlich nicht nur ein Sanitärgebäude in Südafrika direkt am indischen Ozean, sondern auch gleich die Rohbauten für zwei weitere Klassenräume.

Zuvor hatten die Jugendlichen die Bauten selbst während des Schuljahres in freiwilligen Nachmittagstunden geplant. „Wir bekommen von Organisationen und Projektpartnern Anfragen, bereiten dann gemeinsam die Projekte vor und führen sie im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthaltes durch“, erläutert Halmer das Prozedere.

Anlage mit speziellen Trocken-WCs

Dieses Mal verschlug es die helfenden Mödlinger in ein kleines Dorf rund 150 Kilometer südlich von Durban. Dort betreibt der Trägerverein „Ithuba“, ebenso wie in Johannesburg, eine Schule für Kinder armer Familien. Die dort realisierten Klassen sind allesamt bei karitativen Projekten, wie jenem des EZA entstanden.

Die Mödlinger HTL erhielt für heuer den Auftrag, ein knapp 150 m² großes Gebäude für sechs Toiletten und einen großen Waschraum zu errichten. „Eine Spülung gibt es dort keine. Es handelt sich um spezielle Trocken-WCs“, berichtet Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, der die Truppe in der letzten Bauwoche besuchte. Die Stadt fördert den EZA jährlich mit 3.500 Euro, und damit auch indirekt dieses Benefizprojekt. „Auch wenn das nur ein kleiner Tropfen am heißen Stein ist“, gibt sich der Vizestadtchef keinen Illusionen hin.

Bei den Schülern und Absolventen hinterließ die Zeit in Afrika, bis 8. August ist die Gruppe noch unterwegs, einen bleibenden Eindurck. „Wie erwartet sind nach den ersten Kontakten mit der Bevölkerung natürlich für alle die Unterschiede in den Lebenssituationen deutlich geworden“, merkt Teamleiter Halmer an. Doch nach einiger Zeit trete der soziale Aspekt zutage, was die Schüler „natürlich noch zu höheren Leistungen beflügelt“, freut er sich.

Zum Thema

  • Der Verein: Den Verein EZA-HTL-Mödling gibt es seit zwölf Jahren in dieser Form, die HTL macht diese Projekte aber bereits seit fast 30 Jahren. Die Projekte wurden und werden nicht nur in Afrika, sondern in allen Teilen der Welt durchgeführt. Insgesamt gab es bisher rund 65 Projekte, da in manchen Jahren, so wie auch heuer, mehrere Projekte parallel durchgeführt werden. Wir waren bereits in Ländern Lateinamerikas, Afrikas, Indien, Sri Lanka, aber auch in Rumänien tätig.
  • Der Ablauf: Die HTL-Schüler planen während des Schuljahres die Projekte mit den jeweiligen Partnern in freiwilligen außerordentlichen Stunden. Danach reisen Jugendliche und Lehrer auf eigene Kosten in die jeweiligen Länder, um das Vorhaben eigenhändig zu realisieren. Der Aufenthalt dauert rund vier Wochen, wobei einige Tage auch zum Kennenlernen von Land und Leuten reserviert sind.
  • Die Zukunft: Neben den Bauvorhaben, arbeitet der Verein „EZA-HTL“ auch an einem Ausbildungsprojekt mit. Dabei soll in Südafrika in Kooperation mit dem Bildungsministerium in Pretoria sowie jenem in Wien, das duale System, ähnliche der hiesigen Berufsschulen, eingeführt werden. Damit sollen die Südafrikaner bessere Chancen am Arbeitsmarkt erhalten.