Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:48

von Christoph Dworak

Mödling kämpft um Notfall-Ambulanz. Wirbel um die mögliche Auslagerung der medizinischen Erstanlaufstelle ins Landesklinikum Baden.

Betriebsratsvorsitzender Rudolf Haas kämpft für die Beibehaltung der Notfallambulanz.  |  NOEN, Christoph Dworak

„Der Neubau des Landesklinikums Baden-Mödling garantiert eine 24 Stunden Notfallversorgung an jedem der beiden Standorte mit jeweils besonderen medizinischen Schwerpunkten.“ So steht es auf der Homepage des Landesklinikums geschrieben.

Doch an dieser Aussage dürfte derzeit heftig gerüttelt werden. Das hört man zumindest von berufenen Stellen im Landesklinikum Mödling. Zwischen einer „Notfallstelle von 8 bis 13 Uhr“ und einer gänzlichen Auslagerung der Notfallambulanz nach Baden ist da die Rede.

Intern sollen bereits entsprechende Informationsschreiben kursieren, Betriebsratsvorsitzender Rudolf Haas kann sich der Anfragen kaum noch erwehren. „Ist mein neuer Arbeitsplatz Baden?“, „Muss ich mir einen neuen Job in einer anderen Abteilung besorgen?“, hört er.

Haas hat umgehend alle Fühler ausgestreckt und geht „davon aus, dass das, was sinnvoll entwickelt und von der Politik versprochen worden ist, auch so umgesetzt wird. Der Sparzug ist abgefahren“.

Auch Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, hat von den Bestrebungen, die Ambulanz zu beschneiden, gehört und sauer reagiert: „Als für das Landesklinikum zuständiger Landtagsabgeordneter habe ich sofort heftige Gespräche mit allen maßgebenden Stellen geführt und eingefordert, dass das, was im Zuge der neuen Fächerverteilung zwischen Baden und Mödling ausgemacht wurde, auch hält. Es darf und wird keine Einschränkungen geben. Es muss eine Notfallambulanz mit der gesamten notwendigen Begleitmusik wie Anästhesie, Ärzte- und Pflegepersonal, Gipser geben.“ Und er werde herausfinden, was und wer dahintersteckt, um trotz der klaren politischen Zusage personell am Landesklinikum Mödling zu rütteln.

Aus dem Büro des zuständigen Landesrats Karl Wilfing, ÖVP, gibt man sich überrascht: „Die Versprechen werden eingehalten. Es wird in Mödling eine Notfallambulanz geben. Rund um die Uhr“, bekräftigte Pressesprecher Florian Liehr auf NÖN-Anfrage.

Zum Thema

Künftig liegen in Mödling die Schwerpunkte im Bereich Geburtshilfe, der Kinder- und Jugendheilkunde, der Kardiologie, der Orthopädie sowie im Bereich der Augenheilkunde.