Erstellt am 12. August 2016, 06:23

von Claudia Tschabuschnig

Niederschlag trübt die Ernte im Bezirk. Gewitter samt Starkregen haben im Gegensatz zum Waldviertel weniger Schäden als befürchtet angerichtet.

Bauernbund-Chefin Karin Feichtinger ist bei Erntebeständen optimistisch.  |  NOEN, NÖN

Das Unwetter der letzten Wochen hat in der Landwirtschaft in Niederösterreich Spuren hinterlassen. Hagel und Gewitter führten zu Schäden und Ernteverzögerung. Besonders betroffen ist das Waldviertel und Alpenvorland. Dort brachte das Wetter die Erntearbeit zum Erliegen, berichtet die Landwirtschaftskammer in einer aktuellen Aussendung.

Die Situation im Bezirk Mödling ist dagegen entspannter. „Wir sind Gott sei Dank von Unwettern verschont geblieben“, sagt Bauernbund-Obfrau Karin Feichtinger aus Münchendorf. „Zwar gab es Starkregenfälle, aber es war nicht so schlimm oder katastrophal wie in anderen Gebieten“, berichtet Bezirksbauernkammer-Obmann Johann Tröber, Vösendorf.

Kammerobmann Johann Tröber befürchtet niedrigere Qualität beim Weizen.  |  NOEN, NÖN

Die Regenfälle im Bezirk Mödling führten zu einer kurzen Verzögerung bei der Ernte, die sich auch auf die Qualität niedergeschlagen hat. „Die Qualität beim Getreide hat gelitten. Beim Weizen sinkt bei Regenfällen das Hektolitergewicht, das auch als Qualitätskriterium gilt“, erklärt der Vösendorfer.

Die Menge passt, Proteinwerte weniger

Neben dem Hektolitergewicht sind auch die Proteinwerte gesunken. „Die Erntemengen haben gepasst, die Proteinwerte waren nicht optimal“, berichtet Feichtinger. Wie sich die Unterschiede in der Qualität auf den Verkaufspreis auswirken werden, sei noch unklar. „Wir haben mit verschiedensten Aufkäufern gesprochen, aber noch traut sich niemand, eine Preiszusage zu machen, solange die Ernte europaweit nicht abgeschlossen ist und man nicht weiß, wie viel Menge in jeder Qualitätsstufe und in jedem Segment vorhanden ist“, erklärt Tröber.

Bis auf ein paar Ausnahmen im Wienerwald ist die Ernte im Bezirk größtenteils eingebracht. Nun steht die Herbsternte vor der Tür – mit Sojabohnen, Mais und Zuckerrüben. Feichtinger hofft, dass „das Wetter bis dahin hält. Die Bestände schauen aber sehr gut aus“.