Erstellt am 13. April 2016, 05:44

von Christoph Dworak

NÖN Online-Umfrage: Deutliches Nein zum Parkpickerl. Ergebnis der Online-Umfrage und Statements der Parteien sprechen eine klare Sprache gegen Grünen-Vorschlag.

Verkehrsstadtrat Gerhard Wannenmacher findet kaum Unterstützer für Parkpickerl-Vorschlag.  |  NOEN, Grüne

Der Bau der Tiefgarage (190 Parkplätze) beim Krankenhausneubau soll gestrichen werden, die NÖN berichtete. Die gesetzliche Vorgabe (211 Stellplätze) werde mit insgesamt fast 370 Parkplätzen übererfüllt, begründete die Landeskliniken-Holding die Planänderung.

Für Verkehrsstadtrat & Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, ist es „traurig, wenn etwas, das zu einem Projekt gehört und zur Entlastung der Anrainer beitragen würde, gestrichen wird“.

Deshalb hat er zu einem Vorstoß angesetzt: „Auch, wenn es viele nicht gerne hören. Wir müssen zumindest über die Einführung einer Art Parkraumbewirtschaftung in der Schöffel stadt diskutieren. Ich denke da an einen jährlichen minimalen Betrag in der Höhe von 30 Euro“, sagte Wannenmacher im NÖN-Gespräch.

Mit dem Vorschlag steht der Vizebürgermeister alleine da. Eine Online-Umfrage auf nön.at brachte ein eindeutiges Ergebnis. 76 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich gegen ein Parkpickerl rund ums Spital ausgesprochen.

Auch im Gemeinderat wird Wannenmacher kaum auf Zustimmung hoffen dürfen. SPÖ-Klubsprecherin Silvia Drechsler ist „ganz klar gegen ein Parkpickerl. Die Anrainer dürfen nicht noch mehr belastet werden. Wir treten eindeutig für den Bau der versprochenen Tiefgarage ein“.

Auch die FPÖ ist „definitiv nicht für ein Parkpickerl zu haben“, machte Stadtrat Daniel Könczöl deutlich. „Weder für eine blaue, grüne oder rote Zone. Das Problem würde nur in andere Regionen verlagert werden.“ Zudem verweist Könczöl auf die etwa 2.000 Unterstützer, die auf FPÖ-Initiative eine mögliche „Grüne Parkzone“ rund um die HTL abgelehnt hätten. „Wir sind strikt gegen weitere gebührenpflichtige Zonen.“

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, versteht die Aufregung nicht: „Vor dem Umbau standen 155 Plätze zur Verfügung. Danach werden es – auch ohne Tiefgarage – knapp 300 sein.“

Hintner: „Sehe keine Parkplatznot“

Die 70 Plätze für Bedienstete nahe der ÖBB-Trasse nicht eingerechnet. „Ich sehe also nach dem Ende der Großbaustelle keine Parkplatznot.“

Im Übrigen betonte der Stadtchef einmal mehr, dass es – wo auch immer – „nur dann ein Parkpickerl geben wird, wenn sich die überwiegende Mehrheit der Anrainer das wünscht.“ Alles andere sei „Augenauswischerei und Abzocke. Und dafür bin ich nicht zu haben“.

Wannenmacher bleibt gelassen: „Es war ein Vorschlag, mehr nicht. Man soll sich dann aber nicht wundern, wenn man weiterhin seine Runden bei der vergeblichen Suche nach einem Parkplatz dreht.“