Erstellt am 04. November 2015, 12:51

von Alexander Wastl und Christoph Dworak

Mödling ohne Eis. Ein Defekt im Kühlsystem lässt das Wasser nicht gefrieren. 150 Eishockeyspieler sitzen am Trockenen.

Ein verwaister Eislaufplatz in Mödling. Dort, wo sich vormittags Schülerinnen und Schüler, später dann Eiskunstläufer und Eishockeyspieler tummeln, herrscht derzeit gähnende Leere. Das Kühlesystem ist defekt.  |  NOEN, Stiefel

Mit der Eisaufbereitung wurde bereits begonnen, am Samstag, den 7. November, soll der Eislaufplatz seine Pforten öffnen. 


Die NÖN berichtete bereits in der Vorwoch: 

Traditionell wird der Eislaufplatz in Mödling am Nationalfeiertag geöffnet. Heuer nicht. Denn während der Eisaufbereitung kam die Hiobsbotschaft: ein Leck im Kühlsystem. „Wir haben vor Beginn der Saison das System abgedrückt. Alles war in Ordnung“, erzählte Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, im NÖN-Gespräch. Bei der Eisaufbereitung allerdings blieb eine Stelle weich.

Herkömmliche Varianten, das Leck ausfindig zu machen, schlugen fehl. Spezialisten haben sich am Mittwochvormittag auf die Suche nach der Ursache gemacht, indem Helium durch das Rohrsystem gepresst wird.

Löcher mussten verschweißt werden

Das Resultat war schlimmer als befürchtet: man sprach nicht mehr nur von einem, sondern gleich von drei Lecks. Die Löcher wurden verschweißt.

Der Untergrund musste aufgebrochen werden, um zu den Rohren zu kommen, dann wurde erneut mit der Eisaufbereitung begonnen. 

Reparaturkosten "im Budget vorgesehen“

„Egal, was zu machen ist, es wird in dieser Saison eine Eisfläche geben“, betonte Rubel. Finanziellen Spielraum für die Behebung das Schadens „sind im Budget vorgesehen“. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass „unsere Anlage keine jungfräuliche mehr ist“ und ihm vor allem die Hobbyeisläufer, Schulen und Vereine leidtäten, die auf die Eiszeit warten müssen.

"Katastrophe" für UEC

Ganz arg getroffen hat es die Cracks des UEC Mödling: „Eine Katastrophe“, sagt Obmann Otto Künz. Die Eishockeyspieler starteten programmgemäß am Sonntag auswärts in die Auto Eisner Elite League, das Heimspiel am 31. Oktober gegen den EHC Südtirol konnten Spieler und Fans aber abhaken. Nicht nur das: „Wir haben schon einige Spiele verschieben müssen“, macht Künz deutlich.

„Dieser Defekt ist nicht von heute auf morgen entstanden, der schlummert schon seit Jahren in der veralteten Anlage. Ich bin seit mittlerweile 20 Jahren im Geschäft, auf Lippenbekenntnisse gebe ich nichts mehr. Das momentan ist sicher die härteste Zeit. Ich bin mehr in Kontakt mit den Technikern als mit meiner Frau. Wir bekommen jetzt nirgends Eiszeiten. In Wien ist alles voll, in St. Pölten ist alles voll. Bruck an der Leitha ist zu weit weg für die Kinder.“

150 Mitglieder des UEC seien betroffen, darunter sechs Nachwuchsmannschaften. „Es ist auch nicht leicht, die Eltern bei Laune zu halten“, merkt Künz an.

Keine Ausweichmöglichkeit für Stocksport

Elisabeth Paulitschke, sportlicher Leiterin ASKÖ Mödling, Stocksport: „Wir können derzeit natürlich nicht trainieren. Unsere Saison beginnt Mitte November. Angeblich gibt es eine Möglichkeit, Matten aufzulegen. Dafür hat aber niemand ein Ohr. Solange wir am Asphalt trainieren können, geht es noch. Ausweichmöglichkeit haben wir keine. Je schneller es gerichtet wird, desto besser.“

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