Mödling

Erstellt am 06. Juli 2016, 06:10

von Christoph Dworak

Pflegeeinrichtungen fordern mehr Personal. Es rumort im Landesklinikum und im Landespflegeheim Mödling. Mehr Mitarbeiter sollen her.

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Rudolf Haas, Betriebsratsvorsitzender, im Landesklinikum Mödling, macht angesichts der Offensive vieler Kollegen im Land deutlich: „Natürlich fordere ich auch mehr Personal.“ Seine Vorstellungen seien gemeinsam mit der Klinikleitung auch bereits in die Dienstpostenverhandlungen für 2017 eingeflossen.

Alleine, er glaubt nicht daran, dass es tatsächlich mehr Personal geben werde, ergo „muss ich mir Gedanken darüber machen, welche Leistungen wir reduzieren müssen“, sagt Haas im NÖN-Gespräch.

Beispielsweise auf der Geburtshilfe-Station, die personalmäßig auf 1.800 Geburten ausgelegt worden sei. Jährlich komme man auf über 2.000 Geburten, was deutliche Folgen – etwa in der Nachbehandlung – habe: „Man darf nicht vergessen, dass etwa ein Drittel unserer Patienten Kinder sind.“

Mitarbeiter sollen helfen, Mängel aufzuzeigen

Der letzte Ausweg werde sein, Zimmer zu sperren, wie es etwa vor Kurzem wegen personeller Engpässe auf der Internen passiert ist. Haas will schleunigst den „Werkzeugkoffer für Gesundheits- und Sozialberufe“ einführen, der bei Überlastung am Arbeitsplatz geöffnet werden soll. Konkret heißt das: „Mitarbeiter sollen uns helfen, Mängel aufzeigen. Wir werden die Sachverhaltungsdarstellungen dann sofort an die zuständigen Stellen weiterleiten.“

In dasselbe Horn stößt Maria Kruckenfellner vom Landespflegeheim Mödling in ihrer Funktion als Regionalsprecherin der Betriebsräte der NÖ-Landespflegeheime im Industrieviertel: „Wir fordern von der Politik und den Führungskräften, die Kolleginnen und Kollegen durch entsprechende Personalausstattung zu entlasten. Mehrdienstleistungen und Überstunden sind nicht nur teuer, sie gehen auch auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Es genüge nicht, „nur für bauliche Investitionen zu sorgen, man muss auch den ausreichenden Betrieb sicher zu stellen“, mahnte Kruckenfellner.

 

Reaktion

„Die Verantwortlichen im Land setzen alles daran, dass die MitarbeiterInnen gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Derzeit sind nur rund 2,3 % aller Dienstposten in den Klinikstandorten unbesetzt. Es ist sehr erfreulich, dass es für den Dienstpostenplan 2017 rund 84 Dienstposten mehr in Niederösterreich für die Universitäts- und Landeskliniken geben wird. Die Umsetzung des § 15 Gesundheits- und Krankenpflegegesetz hat einen wesentlichen Anteil bei der Reorganisation des klinischen Betriebes. Prinzipiell handelt es sich nicht um zusätzliche und neue, sondern um eine Verteilung von Aufgaben, die durch unterschiedliche Berufsgruppen übernommen werden“,
Bernhard Jany, Unternehmenskommunikation NÖ Landeskliniken-Holding