Erstellt am 15. Oktober 2015, 06:57

von Christoph Dworak

Putscher-Mühle: Geld zum Kauf fehlt. Der „Artundfun“-Club von Reini Buchacher kann die von der Stadt geforderten 300.000 Euro nicht aufbringen.

Keine rosigen Aussichten. So wie es aktuell aussieht, verliert der »Artundfun«-Club rund um Präsident Reini Buchacher seine Wirkungsstätte in der Putscher-Mühle.  |  NOEN, Foto: Dworak
Star-Karikaturist Reini Buchacher hat 2009 als Präsident des Vereins „Artundfun“ die Putscher-Mühle von der Stadt Mödling im Rahmen eines Prekariums (Sonderform der Leihe) erworben. „Dort ist genügend Platz, um großflächig zu malen und auszustellen“, erklärt der Künstler. Heuer war es so weit. Die Stadt Mödling hat sich dazu durchgerungen, eines der ältesten Gebäude der Stadt (die Grundsteinlegung soll um 1445 gewesen sein) in der Friedrich Schiller-Straße 67 inklusive dem 1.100 m2 großen Grundstück zu verkaufen.

Erster Ansprechpartner von „Mödling Wohnen“, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt, war – wie vereinbart – Reini Buchacher. Kaufpreis: 300.000 Euro. Bis vor wenigen Tagen haben sich die Vereinsmitglieder ihre Köpfe zerbrochen, wie diese nicht unbeträchtliche Summe gestemmt werden könnte. Vergebens: „Wir schaffen 200.000 Euro, 300.000 sind für uns leider viel zu viel“. Dieses Angebot hat Buchacher Finanzstadtrat & Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, übermittelt.

Was den Kaufpreis betrifft, sind mir durch den
Gemeinderatsbeschluss die Hände gebunden“,
Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP

Dafür nehme man der Gemeinde de facto die notwendige Generalsanierung des Gebäudes ab: „Innen können wir bei vielen Dingen selber anpacken, außen geht es ohnehin nur gemeinsam mit dem Denkmalamt“, meinte Buchacher im NÖN-Gespräch. Sollten Rubel & Co nicht einlenken, stünde der Verein vor einer sehr schweren Situation: „Ich wüsste nicht, was wir dann machen. Wir haben schon sehr viele Pläne für den Advent“, betont Buchacher.

Rubel hat keine guten Nachrichten für Buchacher: „Was den Kaufpreis betrifft, sind mir durch den Gemeinderatsbeschluss die Hände gebunden.“ Heißt: 300.000 Euro und keinen Cent weniger. Die nicht gerade rosige Konsequenz: Wenn es der „Artundfun“-Verein nicht schafft, „muss ich auf selber Basis ein Ausschreibungsverfahren über den Verkauf des Gebäudes machen“, bedauert Rubel.