Erstellt am 08. Juni 2016, 06:10

von Otto Havelka

Eskalation am Dürrsee. Die Grundeigentümer fordern die Räumung des Tennisplatzes – nach Ansicht des Siedlervereins „eine Schikane“. Eine Einigung scheint derzeit nicht in Sicht.

Der Tennisplatz am Dürrsee soll binnen drei Monaten entfernt werden. Der Verein erhebt Einspruch.  |  NOEN, privat

Am Münchendorfer Dürr-See schlagen die Wellen hoch. Weil die Pachtverträge mit den rund 130 Badesee-Bewohnern Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen sind und keine gütliche Einigung mit den Grundstücksbesitzern über neue Verträge erzielt werden konnte, sollen die Mieter auf Gerichtsanweisung die Gründe zurückgeben (die NÖN berichtete).

Nun setzten die Eigentümer, die Velmer Landwirte Norbert und Helen Dürr, noch eins drauf: Auch der Tennisplatz, der erst vor ein paar Jahren um 50.000 Euro „mit Zustimmung der Grundeigentümer komplett saniert wurde“, so der Obmann des Siedlervereins Martin Kaspar, soll inklusive Clubhaus (Kostenpunkt: 30.000 Euro) binnen drei Monaten entfernt werden.

Gerichtsverhandlung angesetzt

Kaspar sieht darin „eine Schikane“, weil die Seebewohner gegen die neuen Verträge Widerstand leisten. Ende dieser Woche ist eine Gerichtsverhandlung angesetzt, bei der der Siedlerverein ein Gutachten des Rechtsexperten für Wohn- und Immobilienrecht Andreas Vonkilch vorlegen will, wonach die inkriminierten Verträge unbefristet seien.

Der Anwalt der Familie Dürr, Bernd Trappmaier, zum jüngsten Zwist um den Tennisplatz: „Der Mietvertrag wurde am 2. Februar 1990 befristet bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen. Dem Seeverein als Mieter des Tennisplatzes muss klar gewesen sein, dass das Mietverhältnis endet. Von einer Schikane kann keine Rede sein. Für die Baulichkeiten ist vertraglich geregelt, dass die Vertragspartner sich auf eine angemessene Entschädigung einigen sollen. Andernfalls sind die Baulichkeiten zu entfernen.“