Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:28

von Christoph Dworak

Nach Orkan: Mödling hat schon sein Weihnachts-Wunder. Nur Sachschaden: Kindergarten Lerchengasse war am Dienstag wieder in Betrieb. Suche nach Ursache läuft.

Ein Großteil der Dachkonstruktion krachte in das Kindergartengebäude. Zum Glück außerhalb der Betriebszeiten. Foto: Stiefel  |  NOEN, Karl Stiefel
Der 30. November wird als Feiertag in die Mödlinger Geschichte eingehen. Ein Tag, an dem die Bezirkshauptstadt an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist.

Das Sturmtief „Nils“ hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen und in der Lerchengasse für Schrecksekunden gesorgt.

„Ein Schatten flog Richtung Kindergarten“

Gegen 4 Uhr werden Bewohner des sechsstöckigen Hauses Franz Sribany-Gasse/Lerchengasse durch einen „Pumperer, Kracher“ aus dem Schlaf gerissen, ein Augenzeuge bemerkt, „wie ein Schatten Richtung Kindergarten fliegt“. Dabei handelt es sich um eine nicht unwesentlich große Dachfläche, die das darunterliegende Kindergartengebäude zum Großteil unter sich begräbt. Eine weitere lose Dachfläche segelt sogar bis in den Museumspark.

Feuerwehrkommandant Peter Lichtenöcker schildert im NÖN-Gespräch die ebenso dramatischen Einsatzminuten: „Wir haben sofort begonnen, die in der Lerchengasse parkenden Autos aus der Gefahrenzone zu bringen. Exakt, als wir das letzte der vier Fahrzeuge ortsverändert haben, ist ein etwa 20 m2 großes Stück Dach vom Haus gekracht.“



Die Aufräumarbeiten, die gemeinsam mit Mitarbeitern des Wirtschaftshofes durchgeführt wurden, seien dann „unspektakulär abgelaufen. Ganz im Gegensatz zu den Sicherungsarbeiten am Dach“, merkte Lichtenöcker an.
Mödlings für Kindergärten zuständiger Referatsleiter Martin Czeiner nimmt am Montagmorgen zurecht das Wort „Wunder“ in den Mund. „Nicht auszudenken, wenn dieses Unglück ein wenig später – zu Schul- und Kindergartenbeginn – passiert.“

Der Kindergarten bleibt am Montag gesperrt, als Ausweichquartiere werden die Kindergärten Eisentorgasse und Haydngasse angeboten. Auch der Sachschaden hält sich in Grenzen. Der Kindergarten Lerchengasse, den etwa 80 Kinder besuchen, konnte am Dienstag bereits wieder geöffnet werden.

Genossenschaft will rasch Klarheit haben

Schock und Erleichterung halten einander bei den Verantwortlichen der Genossenschaft „Neues Leben“ die Waage. Prokuristin Brigitte Feutl, Leiterin der Hausverwaltung atmet im NÖN-Gespräch hörbar durch. „Ich denke, man kann sich vorstellen, wie es uns gegangen ist, als wir von dem Vorfall gehört haben. Jeder Sachschaden ist eine Katastrophe, ganz zu schweigen von etwaigen Personenschäden.“

Schon am Montagvormittag machten sich Vertreter der Genossenschaft, der Versicherung und Sachverständige ihr Bild von der Lage. Vor allem über dem Wie liege ein großes Fragezeichen. „Das Dach war neu“, merkte Feutl an.

Die Bewohner mussten nicht vorübergehend ausziehen. Die Wohnungen im obersten Stockwerk sind trocken geblieben, vom Winde verweht wurden „nur“ die Lattung und Dachbahnen. Mit der Behebung des Schadens wurde am Dienstag begonnen. Zum Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis der Gutachten vor.
Eines war aber aus allen Gespräche herauszuhören. Über das verfrühte Weihnachtswunder in Mödling waren alle hoch erfreut!

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