Erstellt am 02. Dezember 2015, 03:03

von Gerald Burggraf

Nach Zielpunkt-Pleite: Zurück an den Start. Hoffnung auf zweiten Nahversorger bleibt bestehen. Interesse der Handelsketten hält sich aber in Grenzen.

 |  NOEN, Burggraf

Die Insolvenz von „Zielpunkt“ sorgte in Münchendorf für entsetzte Gesichter. Vertragsstreitigkeiten zwischen der Lebensmittelmarktkette und dem Bauträger, der Triestingpark Münchendorf, bezüglich der Errichtung eines Nahversorgers beim Gemeindeamt sorgten bereits für gedämpfte Hoffnungen.

Nach den ursprünglichen Plänen hätte der Bau bereits längst beginnen sollen, dass es dazu noch nicht gekommen ist, machte Zielpunkt dem Bauträger zum Vorwurf und stieg aus dem Vertrag aus. Die Triestingpark Münchendorf war jedoch guter Dinge, dass es bald losgehen würde.

Mit der Insolvenz der Lebensmittelmarktkette wird es dazu jedoch nicht mehr kommen. „Ein Zielpunkt ist nun 100 Prozent vom Tisch“, ist sich auch VP-Parteichef Andreas Lahner bewusst.

Gemeindepolitik sucht nach Zielpunkt-Ersatz

Den Streitigkeiten der Vertragspartner bewusst, machten sich SPÖ und ÖVP schon länger Gedanken über eine neue Lösung. „Es gab auch schon Überlegungen, den Grund zurückzukaufen“, weiß Lahner. Das bestätigt auch Vizebürgermeisterin Helga Reisenauer, SPÖ. „Durch unsere finanzielle Situation bekommen wir aber keinen Kredit vom Land genehmigt. Und ohne wird es leider nicht gehen.“

Fakt ist: Rot und Schwarz suchen nach einem Ersatz für Zielpunkt. Bisher haben aber noch sämtliche Handelsketten dankend abgewunken.

Wolfgang Gössweiner, Geschäftsführer der Triestingpark Münchendorf, hält an seinen Nahversorgerplänen fest. „Der Ort wächst, das Potenzial für einen zweiten Nahversorger ist gegeben. Die Insolvenz ist kein Totalschaden, wir brauchen aber noch Zeit“, betont er. Man sei dabei eine Klage gegen Zielpunkt wegen Nicht-Erfüllens eines Vertrages vorzubereiten. „Wir werden unsere Ansprüche beim Masseverwalter geltend machen“, so Gössweiner.