Erstellt am 02. April 2016, 07:34

von Johannes Taschler

Neues Schulkonzept beschlossen. Der Gemeinderat beschloss die parallele Führung zwei verschiedener Schulformen. Ein Schultag dauert bis 16 Uhr.

Es ist meine Vision, alle Freizeitaktivitäten in das Tagesprogramm zu integrieren«, Geschäftsführende Gemeinderätin Doris Kirstorfer, ÖVP  |  NOEN, Taschler

Schon für das Schuljahr 2014/15 wurde die Volksschule Münchendorf vom Landesschulrat als "Ganztagsschule" genehmigt. Ab dem kommenden Schuljahr soll die Nachmittagsbetreuung der Kinder durch das neue Schulkonzept der Gemeinde erfolgen, das in zwei unterschiedlichen Formen angeboten werden soll.

In Zukunft werden pro Jahrgang sowohl eine Klasse in verschränkter als auch eine Klasse in offener Form geführt werden. Nach wie vor besteht die Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Varianten. Die getroffene Entscheidung gilt allerdings für alle vier Jahre.

Anwesenheit bis 16 Uhr

Bei der verschränkten Form ist die Anwesenheit an einem normalen Schultag bis 16 Uhr verpflichtend. „Dieses Konzept sieht vor, dass die Lernstunden und die Freizeitgestaltung abwechselnd von einer Lehrkraft beziehungsweise einer Freizeitpädagogin abgehalten werden. Der Unterricht findet also über den ganzen Tag verteilt statt“, erklärt Gemeinderätin Doris Kirstorfer, ÖVP.

Im Falle der offenen Form bestehen drei Wahlmöglichkeiten: Nach dem gewöhnlichen Vormittagsunterricht kann das Kind nach Hause gehen oder zur Nachmittagsbetreuung an drei oder fünf Tagen in der Schule bleiben. Dies beinhalte auch ein Mittagessen sowie eine Lerneinheit mit anschließender Freizeitgestaltung. „Abhängig von der Anzahl der Anmeldungen können wir die erste und zweite beziehungsweise die dritte und vierte Klasse in Gruppen zusammenziehen“, informiert Kirstorfer.

Die Frage, welches der beiden Systeme besser wäre, sei für Kirstorfer „nicht so einfach zu beantworten. Ich habe mich lange mit der Thematik beschäftigt und denke, dass so eine Entscheidung ganz individuell getroffen werden muss“.

Kostengleichstellung kann angeboten werden

Derzeit gibt es in Münchendorf zwei Ganztagesklassen in verschränkter Form mit insgesamt 45 Kindern. Die genauere Ermittlung im Ausschuss ergab, dass den Eltern eine Kostengleichstellung beider Schulformen angeboten werden kann.

Die verschränkte Form soll demnach gleich viel kosten wie die offene Form mit Nachmittagsbetreuung an fünf Tagen, nämlich 120 Euro im Monat. Die Kosten für drei Tage Nachmittagsbetreuung belaufen sich im Vergleich auf 80 Euro.

Kooperation mit Musikschule notwendig

„Mir ist wichtig, dass man nicht auf die Musikschule vergisst“, erklärt Christian Höller, Zweigstellenkoordinator der Beethoven-Musikschule in Münchendorf. „Wir sind natürlich in die Planungen eingebunden, jedoch ist es schwierig, die Kinder nach so einem langen Tag noch zu motivieren. Außerdem haben wir ein zeitliches Problem, wenn die Kinder erst ab 16.30 Uhr in die Musikschule in der Ortsmitte gelangen können.“

Langfristig gesehen wäre „die örtliche Einbindung oder überhaupt ein gemeinsamer Standort optimal. Zwar ist beispielsweise der Gitarrenunterricht bereits im neuen Schulsystem untergebracht, jedoch kann dies sicher nicht so intensiv und erfolgreich betrieben werden. Manche fleißige Schüler kommen dreimal in der Woche.“