Erstellt am 05. Februar 2016, 13:17

von APA Red und Christoph Dworak

Novomatic knackte 2015 Umsatzgrenze von 2 Mrd.. Der NÖ Glücksspielkonzern Novomatic ist 2015 dank vieler Zukäufe weiter gewachsen. Der Umsatz stieg erstmals auf mehr als 2 Mrd. Euro, nach 1,98 Mrd. Euro im Jahr davor.

 |  NOEN, NOVOMATIC GROUP
Der Umsatz stieg erstmals auf mehr als 2 Mrd. Euro, nach 1,98 Mrd. Euro im Jahr davor. Der Ertrag war 2015 allerdings nach vorläufigen Berechnungen "geringfügig" unter dem Vorjahresniveau, sagte Konzernchef Harald Neumann bei der internationalen Glücksspielmesse (ICE) in London.

Heuer sind die Niederösterreicher weiter auf Einkaufstour und setzen dabei auf Europa. "Wir haben die Entscheidung getroffen, dass Europa unser Kernmarkt ist und wollen in allen relevanten Märkten, wo Glücksspiel gesetzlich geregelt ist, Marktführer werden", so Neumann.

Die größten Märkte für Novomatic sind Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien. Insbesondere in Großbritannien und Spanien will Novomatic weitere Zukäufe tätigen. "In den letzten Monaten haben wir allein in Madrid 40 Arkaden (Spielstätten) gekauft." Sorgen bereitet dem Konzern Deutschland.

Tauziehen um "Casinos Austria"

Beschwerlich sei der Weg zur Novomatic-Mehrheit bei den teilstaatlichen „Casinos Austria“, merkte Neumann an. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat formale Bedenken gegen die geplante Übernahme angemeldet und beim Kartellgericht eine „Vertiefte Prüfung“ beantragt.

Dabei habe Novomatic Verträge mit Unternehmen, die ihre Beteiligung verkaufen, vorliegen. Ganz im Gegensatz zu den tschechischen Oligarchen Karel Komarek und Jiri Smejc, die ebenfalls um Casino-Anteile mitpokern, erklärt Neumann: „Sie haben nur Rechtsmeinungen, keine Verträge“. Dennoch wolle man Gespräche mit den Tschechen führen, um „im Sinne der Casinos Austria eine vernünftige Lösung zu finden“.

Eine endgültige Entscheidung sei im Herbst zu erwarten. Bis dorthin will man mit Nachdruck „die Lücke zwischen terrestrischen und Online-Angeboten schließen“, machte Technik-Vorstand Thomas Graf deutlich: „Der Spieler der Zukunft wird nicht mehr vor dem Automaten sitzen. Wir sprechen vom ,Casino in der Hosentasche’".