Erstellt am 28. November 2015, 05:33

von NÖN Redaktion

Eigene Vertretung für Beeinträchtigte. Das Recht für Selbstbestimmung Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen vertritt Andreas Zehetner.

Andreas Zehetner vertritt Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung auf europäischer Ebene.  |  NOEN, Lebenshilfe NÖ

Über die Lebenshilfe vertritt der 49-jährige Andreas Zehetner die Interessen von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen – und somit seine eigenen. Nun kann der Wiener Neudorfer das auch auf europäischer Ebene machen. In dieser Funktion durfte er bereits bei politischen Veranstaltungen in ganz Europa teilnehmen und mitreden, kommendes Jahr wird es zu diesem Zweck sogar in die USA gehen.

„Ich engagiere mich schon seit vielen Jahren als Selbstvertreter für die Rechte von Menschen wie mir und wurde vom Selbstvertreterbeirat der Lebenshilfe einstimmig nominiert. Wichtig dabei ist für mich, dass ich gute und verlässliche Assistenz habe. So wird bei den Treffen in anderen Sprachen gesprochen und da brauche ich natürlich Übersetzung. Manchmal müssen auch schwierige Texte für mich erklärt werden“, erzählt Zehetner von seiner Tätigkeit.

„Wäre gerne Berater für den Gemeinderat“

Für ihn „beginnt die Selbstvertretung schon in der Schule und der Familie. Es ist wichtig, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten ihre Rechte kennen und darüber mehr wissen“.

Ein Vorbild für Zehetner ist die Waliserin Sara Pickard, die trotz Downsyndroms in den Gemeinderat ihres Wohnortes eingezogen ist. „Das wäre auch für mich interessant aber ich weiß nicht, ob ich das bei einer bestimmten Partei machen möchte. Ich könnte mir gut vorstellen, als Berater für die Gemeinderäte tätig zu sein. Dann hätten sie eine Ansprechperson, wenn es um für mich relevante Themen geht.“

Mit der aktuellen Situation in Wiener Neudorf ist Zehetner zufrieden: „Es wird viel getan. Was ich mir noch wünschen würde, wären Texte von der Gemeinde in größerer Schrift und mit einer einfachen Formulierung, damit auch wirklich jeder sie verstehen kann. Das würde die Teilnahme an der Gemeindepolitik wirklich barrierefrei machen.“