Erstellt am 25. September 2015, 05:32

von Henri Edelbauer

Orgel: Ba-rock-iges. Beim letzten Orgelkonzert trafen unterschiedlichste Musikstile auf nie gehörte Weise und sehr gekonnt aufeinander.

Reinmar Wolf, Heidi Wimmer, Bürgermeister Hans Stefan Hintner, Andreas Siman, Kulturstadträtin Karin Wessely, Ewald Donhofer, Thomas Kramer und Bernhard Zingler (v.l.) nach einem erfolgreichen Konzert.  |  NOEN, Boeger

Sozusagen mit Pauken und Trompeten ging der 32. Orgelsommer am Donnerstag in sein fulminantes Finale. Denn Organist Reinmar Wolf gestaltete diesmal unter dem Motto „Barock & Rock“ von Thomas Kramar (e-guit), Bernhard Ziegler (sax) sowie Andreas Siman (drums/vibes) ein bislang weltweit einzigartiges Konzert, wie Moderatorin Heidi Wimmer betonte.

Musikstücke werden völlig neu arrangiert

Das Erstaunliche: Sowohl der Einsatz moderner Instrumente zur Interpretation „altehrwürdiger“ Werke, als auch die Vermittlung rockiger Kompositionen mittels (Walcker- bzw. Truhen)-Orgel - beides tat dem Geist der intonierten Stücke nicht den geringsten Abbruch! So erklang der allgemein bekannte C-Dur-Kanon zwar in neuem Kontext, aber ganz unverzerrt; kein „Wawa“, keine „fetzige“ Synkopierung, vielmehr vertraute kontrapunktische Form in einem Regenbogen neuer Klangfarben.

Auf der anderen Seite hätte man die „Bohemian Rhapsodie“ (Freddie Mercury), von Wolf virtuos der großen Orgel „entlockt“, auch schon in Woodstock beklatscht. Nur bei den schnellsten Passagen können die tiefsten Register nicht mithalten, weil sich Tonfrequenz und Tonfolge zu nahekommen.

Um solche und andere akustische Hindernisse zu umgehen, wurden die meisten Musikstücke völlig neu arrangiert. Insgesamt: eine einmalige, gelungene Synthese.