Perchtoldsdorf

Erstellt am 13. Juli 2016, 04:06

von Christoph Dworak

Betreubares Wohnen: Kritik schon vor dem Startschuss. Bürgerliste-Mandatarin Gabriele Wladyka wettert gegen „Monsterprojekt“.

Die Nachnutzung des Areals rund um den denkmalgeschützten Bahnhof sorgt schon im Vorfeld für Kritik. Dworak  |  NOEN

Das „Schwedenstift“ hat seinen weiteren Betrieb als „NÖ Pflege- und Förderzentrum Perchtoldsdorf“ im Neubau in der Theresienau aufgenommen, mit der Nachnutzung der Gebäude am Leonhardi-Berg für „Betreutes Wohnen“ wird es nichts. Kindergartengruppen (statt denen im Kulturzentrum) ziehen ein.

Das Projekt für die ältere Generation ist damit aber nicht vom Tisch, es wird im Bereich des alten Bahnhofes realisiert werden.

Kein Bauvorhaben, bei dem „Bürgerliste“-Gemeinderätin Gabriele Wladyka nicht die Ohren spitzt. Und schwarzmalt: „Als Sozialprojekt ,Betreubares Wohnen’ getarnt, soll beim alten Bahnhof in der Feldgasse wieder großvolumiger Wohnbau entstehen. Und das, obwohl das gravierend unserem sauteuren Ortsentwicklungskonzept widerspricht und es keinerlei Grundlagenforschung gibt“, wettert Wladyka.

100-prozentige Bebauungsdichte

Sie habe gar von einer 100-prozentigen Bebauungsdichte gehört: „Wie verträgt sich das mit der angeblichen Umweltgesinnung unseres Bürgermeisters?“, fragt sie sich.

Im Übrigen vertrete sie die Ansicht, dass es „auch in den eigenen vier Wänden Betreuungsmöglichkeiten gibt, dazu braucht man kein neues Monsterprojekt“.

Ortschef Martin Schuster, ÖVP, will „diese Wortmeldungen, die jeder Grundlage entbehren“, nicht weiter kommentieren.

Sonderwidmung sichert Zweckgebundenheit

Baureferent Jan Cernelic merkt zum einen an, dass es „überhaupt noch keinen Plan gibt“, zum anderen sei beabsichtigt, die Widmung auf Sondergebiet-Personenbeförderung (Busunternehmen Felner) bzw. Sondergebiet-Sozialentwicklung zu ändern.

Schon alleine das zeige, dass es „reguläres Wohnen dort gar nicht geben wird“. Was auch Auswirkungen auf den Fahrzeugverkehr hat: „Für zwei Wohneinheiten ist bei dieser Widmung nur ein Stellplatz vorgeschrieben.“

Gemeinsam mit der Terra-Wohnbaugesellschaft, Geschäftsführer ist Gunnar Prokop, wolle man zwischen 20 und 30 Wohneinheiten schaffen, betonte Cernelic. „Bauklasse II, so wie in der Umgebung auch.“