Erstellt am 25. September 2015, 04:32

von Christoph Dworak

Perchtoldsdorf: "Das Boot ist voll". Dass die Marktgemeinde Perchtoldsdorf bis zu 200 Flüchtlinge aufnehmen soll, missfällt den Freiheitlichen.

 |  NOEN, HANS KLAUS TECHT (APA)

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Mittwoch wurde publik, dass NEOS einen Antrag einbringen werde, wonach sich der Gemeinderat zur Integration von 200 Asylwerbern oder anerkannten Flüchtlingen bekennen möge: „Das sind 1,5 Prozent der Bevölkerung“, merkte Gemeinderat Günther Jörg an. Das könne auch durch die „Schaffung von permanentem oder temporär nutzbarem Wohnraum wie zum Beispiel Containern erfolgen“ Damit nicht genug, legte die ÖVP einen ähnlichen Antrag nach – mit einer 2-prozentigen Quote.

Für die FPÖ ein No-Go, wie Ortsparteiobmann Alexander Murlasits wettert: „Bereits vor einem halben Jahr habe ich genau vor dieser Entwicklung gewarnt und wurde von den Sozialromantikern der NEOS als Hetzer hingestellt.“

ÖVP-Vorstoß nicht nachvollziehbar

Auch den ÖVP-Vorstoß mag er nicht nachvollziehen „De facto gibt es in Perchtoldsdorf kein Gebäude, welches in adäquatem Zustand für 200 Flüchtlinge zur Verfügung steht.“ Die Variante, dass Container aufgestellt werden, scheine „also die einzige Lösung für die nahe Zukunft zu sein. Ich spreche mich dezidiert gegen die Errichtung eines Massenquartieres sowie die Unterbringung von 200 weiteren Flüchtlingen in Perchtoldsdorf aus. Wir müssen auch einmal den Mut aufbringen und klipp und klar sagen, dass das Boot voll ist“.

Die private Initiative „Flüchtlingsnetzwerk Perchtoldsdorf“ betreut mittlerweile über 60 Personen im Ort. „Ich denke, dass Perchtoldsdorf damit seinen Beitrag zur Flüchtlingshilfe leistet und bis dato großartige Unterstützung erfolgt ist.“

Ortschef: „Von Containern ist keine Rede"

Jörg präzisiert: „Wahr ist vielmehr: Eine von sechs möglichen Maßnahmen zur Umsetzung des Zieles war die Errichtung von temporären Containern am Wirtschaftshof. Von einem Dorf haben wir nicht gesprochen. Es würde auch unserer Idee, jene Personen, die Asyle erhalten zu integrieren, widersprechen.“

Der Ortschef schüttelt auf NÖN-Anfrage nur den Kopf: Die Quote resultiere aus der gesetzlichen Verpflichtung. Aber: „Von Containern ist keine Rede. Dass die Unterbringung von Flüchtlingen etwas kostet, muss uns auch klar sein.“ Im Nachtragsvoranschlag sind 32.000 Euro ausgewiesen.