Perchtoldsdorf

Erstellt am 19. August 2016, 02:33

von Hans Boeger

Förderzentrum: Beste Betreuung weiterhin garantiert. „Schwedenstift“-Nachfolgeinstitution liegt jetzt vollständig in der Verantwortung des Landes.

Landesrätin Barbara Schwarz wurde anlässlich ihres Besuches von Direktorin Rikki Götterer ein Blumenstrauß überreicht.  |  Boe

Von einem „Meilenstein in der niederösterreichischen Behindertenhilfe“ sprach Landesrätin Barbara Schwarz. Denn während die Behindertenhilfe in Niederösterreich bislang ausschließlich Sache von Trägerorganisationen wie der Lebenshilfe oder der Caritas war, werden jetzt zwei Einrichtungen vom Land selbst geführt: neben dem Reichenauer Hof in Waidhofen/Ybbs auch das „Schwedenstift“-Nachfolgehaus mit der Bezeichnung „NÖ Pflege- und Förderzentrum Perchtoldsdorf für Menschen mit besonderem Pflege-, Förder- und Betreuungsbedarf“ (PFZ).

Um die Träger bei Kindern und Jugendlichen mit großem Pflege- und Förderbedarf zu entlasten, habe das Land jetzt selbst Verantwortung übernommen, betonte Schwarz. Zudem hätten sich die Mischformen, in denen auch z. B. aus sozialen Gründen von ihren Familien getrennt lebende Kinder und Jugendliche wohnten, als nicht optimal erwiesen.

„Im Zuge der Neuaufstellung unserer Kinder- und Jugendheime hin zu kleineren dezentralen Einheiten wurden auch diese beiden Standorte neu konzeptioniert und zur Gänze in die Behindertenhilfe übernommen, was nicht zuletzt auch den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention entspricht“, hielt Schwarz fest.

Umfassende Evaluierung ist abgeschlossen

PFZ-Direktorin Ulrike Götterer merkte an, dass mit der Übersiedlung der Einrichtung vom Leonhardiberg in die Ernst-Wolfram-Marboe-Gasse auch die Evaluierung der Konzepte und neue Betreuungsformen einhergegangen seien.

Alle sechs Wohngruppen sind spezialisiert und werden von Sozialpädagoginnen und Gruppenhelferinnen umfassend betreut: zwei Gruppen sind teilmobilen Jugendlichen (meist Pflegestufe 7) vorbehalten, eine zehn schwerstbehinderten Erwachsenen, eine weitere dient diesen als Tagesstätte, die beiden restlichen Gruppen differenzieren nach dem Grad des medizinischen Aufwandes bis hin zum Wachkoma.

Insgesamt betreuen 73 Mitarbeiter 60 Klienten; an das Haus angeschlossen ist auch ein Landeskindergarten.

Im Anschluss an ein Pressegespräch gab es einen ausgiebigen Rundgang durch die Abteilungen, wobei Schwarz von den Räumlichkeiten sowie dem engagierten Pflegepersonal beeindruckt und von deren Schützlingen berührt war. Im Anschluss wurde zu einem Imbiss in den Speisesaal mit köstlichen Produkten der hauseigenen Küche gebeten. Mit einem Gläschen Sekt wurde auf die neue Institution angestoßen, die offizielle Eröffnung wird im Rahmen des Herbstfestes vorgenommen.