Erstellt am 10. April 2016, 06:54

von Christoph Dworak

Nachzahlung gefordert - Hoffen aufs Geld. Eine seit 2009 pensionierte Musiklehrerin kämpft um nicht ausbezahlte Jubiläumszuwendungen.

Katharina Gernjak war bis 2009 Lehrerin in der Musikschule Perchtoldsdorf. Jetzt fordert die Klavierprofessorin die Nachzahlung von Jubiläumszuwendungen.  |  NOEN, Christoph Dworak

Katharina Gernjak aus Vösendorf hat die Musikschule Perchtoldsdorf ab Herbst 1981 mit aufgebaut, viele „prima la musica“-Preisträger ausgebildet und „mit Leib und Seele Klavierunterricht gegeben“. 

2009 ist Gernjak in Pension gegangen. Jetzt, sieben Jahre später, lässt die fast 70-Jährige (in wenigen Tagen ist es so weit) aufhorchen. Sie fordert die Auszahlung der Jubiläumszuwendung (25 Jahre) nach. Einstens habe es geheißen, „es gibt so etwas bei uns nicht“, vor Kurzem habe sie aber erfahren, dass einige Kolleginnen und Kollegen doch Extra-Geld erhalten hätten. „Ich bin niemandem böse, ich liebe Perchtoldsdorf, habe lange hier gewohnt. Aber ich möchte, dass gleiches Recht für alle gilt.“

„Ich bin niemandem böse, ich liebe Perchtoldsdorf. 
Aber ich möchte, dass gleiches Recht für alle gilt“,
Katharina Gernjak

Nachdem Vorsprachen im Gemeindeamt nicht die erhoffte Lösung erbracht haben, hat sich Gernjak an die Gewerkschaft gewandt, die nunmehr eine Sammelklage eingebracht hat. „Es betrifft nicht nur mich“, merkt Gernjak im NÖN-Gespräch an.

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, versteht „jeden, der gerne mehr Geld hätte. Es ist nun aber so, dass das Musikschul- anders als das Gemeindebedienstetengesetz aussieht“. Natürlich habe die Gemeinde entsprechende Expertisen eingeholt und wird „nicht gegen explizite Rechtsmeinungen von Profis Geld auszahlen“.

Jetzt gelte es, abzuwarten, wie ein neuerliches Urteil – auch was die Verjährung betrifft – ausfällt. „Dementsprechend werden wir dann zahlen oder eben nicht“, betonte Schuster.

Im Falle von Gernjak wäre das immerhin ein fünfstelliger Euro-Betrag.