Perchtoldsdorf

Erstellt am 20. Oktober 2016, 06:41

von NÖN Redaktion

Parken beim Sportplatz kann teuer werden. Rund um das Eltern-Kind-Zentrum in der Höhenstraße wurde fleißig gestraft. Angeblich über Aufforderung.

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Britta Brehm-Cernelic, ehrenamtliche Leiterin des Perchtoldsdorfer Eltern-Kind-Zentrums (PEKiZ), dachte sich nicht viel dabei, als Polizisten einem vor dem Objekt Höhenstraße 15 abgestellten Fahrzeug ein Organmandat hinterlegten: es stand ohne entsprechendem Ausweis im Behinderten-Halteverbot. Kein Wunder, merkte Brehm-Cernelic an, eben jenes Halteverbot werde ständig missachtet.

Größer war die Überraschung dann knapp dreieinhalb Stunden später, als Brehm-Cernelic auch in ihrem, in der Hyrtlallee abgestellten Auto eine teure Nachricht der Exekutive vorfand. „Natürlich haben die Polizisten recht, wenn sie die vorgeschriebene, nicht vorhandene Fahrbahnbreite von 3,5m bemängeln. Aber, ganz ehrlich: Ich kenne so viele Straßen in Perchtoldsdorf, wo viel mehr Verkehrsaufkommen herrscht und wo immer an beiden Fahrbahnrändern Autos parken, ohne dass zwei Fahrstreifen frei blieben.“

Punktuell in nahezu unbefahrenen Gasse gestraft

Alleine auf ihrer Morgenrunde, im Zuge derer sie ihre vier Kinder in drei verschiedene Bildungsstätten bringt, seien ihr „einige wesentlich ärgere Hotspots aufgefallen. Zu allererst die Goldbiegelgasse, dann die Elisabethstraße, wo zu jeder Tages- und Nachtzeit nur ein Fahrstreifen frei ist.“

Ihr Fazit: „Ich habe meine Lektion gelernt und werde mein Auto nicht mehr in der Hyrtlallee abstellen. Natürlich zahle ich auch die Strafe. Aber ich finde das trotzdem nicht richtig, dass punktuell in einer nahezu unbefahrenen Gasse gestraft wird und an den Hauptverkehrsadern nicht.“ Eine Nachfrage bei der örtlichen Polizeiinspektion hat eine fast schon entschuldigende Antwort ergeben: Man sei von einem Beschwerdeführer zum Einschreiten aufgefordert worden. Grundsätzlich sei es nicht Intention der Polizei, derartige Schwerpunkte zu setzen, da mehr als die Hälfte aller Gassen in Perchtoldsdorf so eng seien, dass „wir mit dem Strafen gar nicht mehr fertig werden würden“.

Augenzeugen wollen gesehen haben, dass der Aufforderer sogar die Beamten begleitet haben soll, um sicherzugehen, dass sie tatsächlich abstrafen – und nicht nur abmahnen.