Erstellt am 17. Februar 2016, 06:14

von Christoph Dworak

Protestaktion der Eltern: Eine Gruppe blieb leer. Eltern protestierten gegen den Abgang einer beliebten Pädagogin mit einer wohl einmaligen Aktion.

Schauplatz der Protest-Kundgebung: der Zellpark-Kindergarten.  |  NOEN, privat

Dieser Montag wird in die Annalen des „Zellpark“-Kindergartens in der Hochstraße eingehen. Eine Gruppe blieb leer. Aus Protest, wie mehrere Anruferinnen in der NÖN-Redaktion deutlich unter Beweis stellten.

Seit Monaten würde Kindergartenleiterin Claudia Fock „Kindergartenpädagoginnen, die ihr nicht zu Gesicht stehen, mobben“, mutmaßte eine aufgebrachte Mutter im NÖN-Gespräch. Anlassfall für den aktuellen Disput sei der Abgang der beliebten Betreuerin der Gruppe (25 Kinder) gewesen, die quasi über Nacht das Handtuch geworfen und am Freitag gekündigt habe.

Eltern haben sich organisiert

Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht, ergänzte die Anruferin: „Wir wollen das nicht mehr auf uns sitzen lassen, sondern ein Zeichen setzen. Ein Zeichen unserer Trauer, Hilfs- und Fassungslosigkeit.“

Die Eltern haben sich jedenfalls für diesen Montag organisiert, drei Mütter haben auf die Kinder zu Hause aufgepasst.

Kindergarten-Referent Alexander Nowotny, ÖVP, hat den „schon seit längerem schwelenden Konflikt mitbekommen“ und sich „bereits als Vermittler versucht. Leider vergeblich“.

Als Gemeinde habe man auf personelle Besetzung in Landeskindergärten „keinen Einfluss. Wir dürfen den Kindergarten erhalten und Hilfspersonal zur Verfügung stellen“.

Mann übernimmt die Gruppe

Die für den Bezirk Mödling zuständige Kindergarteninspektorin Gertrude Tosnar hat nach der NÖN-Anfrage gleich aufs Land verwiesen. Marion Gabler-Söllner vom Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Schulen und Kindergärten, versteht die Aufregung nicht: „Es war der Wunsch der Pädagogin, wieder als Springerin tätig zu sein. Von einer Kündigung ist keine Rede.“ Ebenso wenig wie von „Mobbing. Wir machen uns Personalentscheidungen nicht einfach“. Dennoch habe sie eine derartige Form des Protests noch nicht erlebt, merkt Gabler-Söllner an. Sie hoffe aber, dass sich die Situation wieder beruhigen werde.

Jetzt übernimmt ein Mann die Gruppe: „Keine Angst, wir werden ihn unterstützen“, machte eine Mutter deutlich: „Er kann ja nichts dafür.“