Erstellt am 22. Mai 2016, 05:04

Pfarrgemeinderat gegen „Pfarre neu“. Der Pfarrgemeinderat von Biedermannsdorf spricht sich klar gegen eine Zusammenlegung mit Nachbarspfarren aus.

Ewald Benes, der Sprecher des Biedermannsdorfer Pfarrgemeinderates.  |  NOEN, Judith Jandrinitsch
„Wir haben im Pfarrgemeinderat einen einstimmigen Beschluss gegen die Auflösung der Ortspfarre gefasst. Damit wollen wir sicherstellen, dass sich die Erzdiözese tatsächlich mit unserer Stellungnahme auseinandersetzt“, erklärt Pfarrgemeinderatssprecher Ewald Benes.

Die Pfarren Achau, Biedermannsdorf und Laxenburg wurden bereits im November 2015 zu einem Entwicklungsraum (Seelsorgeraum) zusammengefasst. Der Pfarrgemeinderat ist deshalb besorgt, weil den lokalen Glaubensgemeinschaften im Zuge einer Pfarrzusammenlegung („Pfarre neu“) de facto die eigenständige Rechtsform genommen wird.

Benes ist überzeugt: „Die Auflösung der Rechtsform für die lokalen Glaubensgemeinschaften verstößt gegen das gesellschaftlich bewährte und für die Kirche bereits von Papst Leo XI. eingeführte Subsidiaritätsprinzip.“ Zwar werde auch beim Großpfarrenkonzept eine Delegierung der bisherigen Aufgaben an „Subeinheiten“ angedacht, doch für diese neuen Einheiten fehlten bis jetzt sowohl Rechtsform wie Name.

Michael Prüller, Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn, beruhigt: „Wir nehmen die Bedenken des Pfarrgemeinderates ernst. Ziel bleibt die pfarrübergreifende Zusammenarbeit. Eine Zusammenarbeit zwischen den Pfarren gibt es ja jetzt auch schon, wie ich dem Schreiben entnehme. Ein Seelsorgeraum ist in keinem Punkt eine Verschlechterung und ist auch nicht zwangsläufig eine Vorstufe zur Pfarre neu“.

Die Diözese verstehe die Sorgen, Prüller merkt jedoch an: „Eine kirchenrechtliche Zusammenlegung macht Sinn und muss nicht per se etwas Schlechtes sein.“ Benes bleibt dabei: „Es ist der falsche Weg, die Pfarrgröße verwaltungstechnisch an die Zahl der verfügbaren geweihten Priester anzupassen.“ Vielmehr müsse die Kirche ihre Auswahlkriterien Personen betreffend überdenken, die ein Weiheamt anstreben.