Erstellt am 02. Juni 2016, 05:55

von Christoph Dworak

Nach Wahlkampf: Schwarz-Grün hält. SPÖ und Grüne machten vor der Präsidenten-Stichwahl gemeinsame Sache. Rathaus-Koalition ist nicht gefährdet.

Die Stadtgemeinde Mödling, im Bild das Rathaus, darf sich als schönste Blumenstadt Europas bezeichnen.  |  NOEN, zVg

Das gemeinsame Werben von SPÖ- und Grün-Mandataren für Alexander Van der Bellen im Vorfeld der Stichwahl hat die Gerüchteküche brodeln lassen: das seit 2010 bestehende Arbeitsübereinkommen zwischen ÖVP und den Grünen könnte dadurch einen argen Dämpfer erlitten haben.

Noch dazu legte SP-Gemeinderat Stephan Schimanowa eines drauf: „So eine Zusammenarbeit von Rot und Grün wäre doch was für die Zukunft Mödlings“, postet er auf Facebook unter ein gemeinsames Wahlwerbefoto.

ÖVP-Bürgermeister Hans Stefan Hintner macht im NÖN-Gespräch kein Hehl daraus, dass er das rot-grüne Zusammenrücken zwar nicht gerne gesehen habe, aber „durchaus verstehe. Die SPÖ hat eben Van der Bellen als ehemaliges Mitglied unterstützt“.

Für ihn sei es allerdings „unvorstellbar, dass ein ÖVP-Mandatar öffentlich gemeinsam mit einer anderen Partei Werbung für einen Kandidaten betrieben hätte“.

Gemeinsames Werben im Wahlkampf

Damit sei die Sache aber auch schon erledigt. „Das war das gemeinsame Werben im Wahlkampf“, in der Kommunalpolitik sei weiterhin alles auf schwarz-grüner Schiene: „Gerhard Wannenmacher und ich treffen einander ein- bis zweimal wöchentlich, um über Sachthemen zu reden. Mit der Ausnahme des Parkthemas rund ums Landesklinikum sind wir fast immer einer Meinung. Auch mit der SPÖ gibt’s ein sehr konstruktives Gesprächsklima.“

Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, bestätigt, dass nicht daran gedacht sei, an der Koalition zu rütteln. Wiewohl es ihn „ehrlich gefreut hätte, wenn auch ÖVPler mit uns für Van der Bellen auf der Straße gestanden wären“.

Stadtchef pfeift auf vorerst auf Facebook

Hintner hat nach der Stichwahl dennoch Konsequenzen gezogen. Er hat seinen Facebook-Account geschlossen. „Es ist unfassbar, was sich da abspielt. Auf Facebook sollte man sich austauschen und nicht nur mehr gegenseitig diffamieren. Diese ständigen Shitstorms gehen gar nicht.“