Erstellt am 08. Juni 2016, 06:10

von Gerald Burggraf

Ärger mit Mountainbikern. Rückichtslose Radfahrer machen Anrainern und Wanderern das Leben schwer. Viele setzen auf „Selbstjustiz“.

Das Verhältnis zwischen Wanderern und Mountainbikern ist seit Langem im Prießnitztal ein Problem. Nun dürfte die Situation wieder eskalieren.  |  NOEN, Symbolfoto: Wodicka
„Ich habe ja nichts dagegen, wenn Radfahrer im Wald unterwegs sind. Aber was bei uns abgeht, ist ein Wahnsinn“, erzählt ein Anrainer aus der Prießnitzgasse, der nicht genannt werden will, der NÖN. Er berichtet von „aggressiven Mountainbikern“, wurde sogar schon selbst angefahren.

Aus seiner Sicht gehört ein absolutes Radfahr-Verbot im Prießnitztal verhängt, immerhin handle es sich um ein Naturschutzgebiet. Die Stadtgemeinde als Walderhalter lässt es aber zu, auf den Forstwegen mit dem Mountainbike unterwegs zu sein. Das Problem sei jedoch, dass die Sportler vor allem bei der Abfahrt vollkommen rücksichtslos unterwegs wäre.

Gefahr für Leib und Leben

„Du kannst dich als Fußgänger nicht mehr frei bewegen ohne Gefahr für Leib und Leben“, fügt der Anrainer hinzu. Politik und Exekutive würden nichts tun. Anrainer hätten daher das Recht schon selbst in die Hand genommen und etwa Reißnägel ausgestreut. Eine Vorgangsweise, die auch nicht erlaubt ist.
Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger spricht jedenfalls von einer „kriminellen Handlung“. Je nach Ausgang könnte dem Reisnägel-Streuer von Sachbeschädigung bis zur versuchten Körperverletzung viele strafrechtliche Delikte zur Last gelegt werden. Allerdings hält er fest, dass ihm derartige Vorfälle nicht bekannt sind.

Viele fahren quer durch den Wald

Laut dem verärgerten Anrainer hätten Gesprächsversuche mit Forststadtrat Leo Lindebner, ÖVP, keinen Erfolg gebracht. Der Kommunalpolitiker ist sich der Situation jedoch bewusst. „Es gibt zwar eine ausgewiesene Route, doch viele fahren quer durch den Wald. Wir sprechen hier aber von einer Verwaltungsübertretung und auch einer Besitzstörung“, lässt Lindebner wissen. Allerdings sei es schwer, die Biker zur Rechenschaft zu ziehen, gibt er zu. „Wir wollen nun erneut stärker informieren. Führt das nicht zum erwünschten Ziel, dann werden wir die Polizei um Assistenz bitten“, erläutert der Forststadtrat. Und das bedeutet, dass rigoros gestraft werden würde. „Es muss alles seine Ordnung haben“, unterstreicht er.

Auf „gegenseitige Rücksichtnahme“ pocht Grünen-Chef und Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher. Dass die Forststrecke von Radfahrern und Wanderern genutzt werde, sei nicht ideal. „Es sollte eine definierte Mountainbike-Strecke am Anninger geben“, erläutert er.