Erstellt am 27. April 2017, 02:32

von Christoph Dworak

„Mödling Card“ hat keine Zukunft. Umfassende Erhebungen haben gezeigt, dass es für Bürger keinen Mehrwert gibt. Jetzt soll eine App her.

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Die mögliche Einführung einer „Mödling Card“ war Thema einer Studie, die Max Paul von der Mödlinger Firma „Cardeas“ monatelang im Auftrag der Stadtgemeinde prüfte. Dabei wurden intensive Gespräche mit den unterschiedlichen Nutzergruppen geführt: interne Dienststellen der Stadtgemeinde Mödling (Bürgerservice, Sozialamt, Kulturreferat, Verkehrsreferat, Stadtbad) und externe Kräfte wie Wirtschaftstreibende, „Saubermacher“, Citymanagement und diverse Kulturveranstalter.

Das Ergebnis der 80 Seiten umfassenden Studie fiel ernüchternd aus, wie der zuständige Innovationen-Stadtrat Gerald Ukmar, ÖVP, im NÖN-Gespräch verriet: „Eine Mödling Card hätte keinen Mehrwert für die Nutzer.“

Wir haben jetzt schwarz auf weiß, dass eine Mödling Card nichts bringt“Stadtrat Gerald Ukmar, ÖVP

Beispiel Müllumladestation: Hier wurde untersucht, die Karte zur Identifikation, Zugangskontrolle und Bezahlung zu verwenden. Allerdings: der Müll wird auf seine „Herkunft“, nicht auf den Wohnsitz der Person, die ihn abliefert, festgemacht. Zudem bewegen sich die Gebühren für die kostenpflichtige Entsorgung in eher niedrigen Bereich und können problemlos bar oder wesentlich kostengünstiger als durch eine Karte entrichtet werden.

Nachdem auch Vertreter des Mödlinger Handels kein Interesse an einem gemeinsamen Bonus-System für Kunden geäußert haben, scheidet eine gemeinsame Einkaufskarte als mögliche Funktion aus. Ebenso als Taxi-Card, da Mödling über kein Taxi-System wie beispielsweise Perchtoldsdorf verfügt.

Auch im Stadtbad hätte eine „Mödling Card“ keinen Sinn. Es gibt es keinen eigenen Eingang für Saisonkartenbesitzer. Daher würde eine Zutrittsmöglichkeit mittels Mödling-Card keinen Vorteil bringen, da auch Vergünstigungen ausschließlich für Mödlinger aus rechtlichen Gründen nicht gewährt werden.

Option: "Mödling App"

Selbst im Sozialbereich – einige Gemeinde haben eine eigene Sozial-Card – ist das Projekt ad acta gelegt worden: Das Mengenaufkommen bei diversen Vergünstigungen sei so gering und der Nutzerkreis derart unterschiedlich, dass eine Kartenlösung organisatorisch und finanziell wenig sinnvoll erscheint.

Alles in allem ist für Ukmar damit klar: „Wir denken nun daran, eine Mödling App entwickeln zu lassen, die flexibler einzusetzen ist und mit der wir rascher auf Änderungen reagieren könnten.“ Er werde daher dem Gemeinderats-Gremium empfehlen, entsprechende Angebote einzuholen, ob diese Idee „überhaupt finanzierbar ist“.

Die Card-Studie hat immerhin 14.000 Euro gekostet, „exakt die Hälfte wurde gefördert“, merkt Ukmar an. Geld, das seinem Dafürhalten nach, „trotzdem sehr gut investiert war. Wir haben jetzt schwarz auf weiß, dass eine Mödling Card nichts bringt“.