Erstellt am 19. Mai 2016, 05:04

von Karl Stiefel

Radarboxen im Ort: Blitzer werden aktiv. Ab September sollen Raser zur Kasse gebeten werden. Gemessen wird mit 15 Radar-Anlagen im Ortsgebiet.

Rund 900.000 Radaranzeigen wurden im vergangenen Jahr in Niederösterreich egistriert. FOTO: WODICKA  |  Bilderbox, Wodicka

"Es war ernüchternd", beschreibt Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, die Ergebnisse einer Verkehrserhebung. „Wir haben im Vorfeld der Wiedereinführung der Radarkontrollen analysiert, wo im Ortsgebiet zu schnell gefahren wird. Die Geschwindigkeitsvorgaben werden auf etlichen Straßen in Wiener Neudorf nicht eingehalten.“

Mit September sollen Raser wieder abgestraft werden, laut dem Ortschef steht zwar noch der finale Bescheid der Bezirkshauptmannschaft aus, die Zeichen stehen aber gut. Konkret heißt das: „Es gibt 15 Radarboxen im Ortsgebiet, die Polizei wird davon jeweils zwei gleichzeitig scharfmachen.

Anfrage zur Wiedereinführung

Ergänzend haben wir bei der Bezirkshauptmannschaft um neue Anlagen auf der B17 und der B11 angesucht.“

Zu Spitzenzeiten brachten die Strafen für Raser der Gemeinde rund 600.000 Euro pro Jahr ein. Janschka würde aber „lieber auf das Geld verzichten, wenn langsamer gefahren wird.“

Bereits Ex-Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, hat zu seinen Amtszeiten um die Wiedereinführung der Radarkontrollen bei der Bezirkshauptmannschaft angefragt.

"Herrscht zu viel Willkür"

Zwar begrüßt er die Reaktivierung, die Art der Umsetzung ist für ihn jedoch ein bitterer Beigeschmack: „Im Endeffekt bräuchte es eine einheitliche Lösung vom Land oder von der Polizei. So, wie die Gemeinden das jetzt handhaben, herrscht zu viel Willkür.“

Sein Ansatz: „Als vor 2008 noch geblitzt werden durfte, waren in Wiener Neudorf nur drei Radarboxen aktiv, da der Rest ohnehin unnötig war. Eigentlich sollten die Stellplätze im ganzen Ort abgerissen und dort, wo sie wirklich benötigt werden, wieder aufgestellt werden.“

Es herrscht zu viel Willkür, im Endeffekt bräuchte es eine einheitliche Lösung vom Land oder der Polizei.“ Christian Wöhrleitner, Ex-Ortschef, SPÖ