Erstellt am 20. März 2016, 17:44

Schadstoffeinsatz in Guntramsdorf: Ursache gefunden. Seit Tagen stehen die Freiwilligen Feuerwehren Wiener Neudorf und Guntramsdorf bei einem Schadstoffeinsatz am Figurteich immer wieder im Einsatz.

 |  NOEN, Lukas Derkits

Bereits am 15. März 2016 stellten Mitarbeiter bei Reinigungsarbeiten im Kanalsystem Ölschlieren im Wasser fest, welches in den nahen Naturteich fließt und alarmierten die Feuerwehr Wiener Neudorf.

Da auch bereits sichtbare Ölschlieren am naheliegenden Badeteich entdeckt wurden, errichteten die Feuerwehrmitglieder eine Ölsperre beim Zufluss des Naturteichs und führten Messungen mittels Öltestpapier durch. Parallel dazu wurde durch die Bezirksalarmzentrale die Wasserrechtsbehörde der BH-Mödling an die Schadensstelle gerufen.

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Nach Eintreffen der Behörde wurde nach einer Lagebesprechung schwimmfähiges Ölbindemittel aufgetragen sowie eine zweite Ölsperre errichtet. Zur Unterstützung beim Auftragen des Ölbindemittels sowie zur Kontrolle des gesamten Gewässers wurde die Freiwillige Feuerwehr Guntramsdorf mit einer Zille an die Einsatzstelle alarmiert.

Nachdem die von der BH-Mödling geforderten Maßnahmen in Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren umgesetzt wurden, rückten die beiden Feuerwehren nach mehrstündigen Einsatz am 15. März 2016 vorläufig wieder in die Feuerwehrhäuser ein.

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Aufgrund der durch die Bezirkshauptmannschaft veranlassten Arbeiten einer Fachfirma im Kanalsystem fanden weitere Kontrollen im Laufe der folgenden Tage durch die Feuerwehr statt. Dabei wurde am Nachmittag des 19. März 2016 erneut ein Ölfilm auf dem Naturgewässer festgestellt, und erneut Ölsperren errichtet. Die Arbeiten mussten in den Nachstunden unterbrochen werden und wurden am Morgen des 20. März fortgesetzt.

Um diesmal weitere Zillen und Boote am Einsatzort zu haben, wurden neben den Feuerwehren Guntramsdorf und Wiener Neudorf auch die Feuerwehr Laxenburg sowie die Ölstützpunkt-Feuerwehr Krems an der Donau alarmiert.
 

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Mit Hilfe des in Wiener Neudorf stationierten Wechselladerfahrzeug wurde die für den Öleinsatz benötigte Aluplätte am Wasserstützpunkt der Feuerwehr Krems abgeholt. Ein Feuerwehrrettungsboot (FRB) sowie ein Ölwehrcontainer wurden mit Fahrzeugen der FF Krems in den Bezirk Mödling transportiert. Das FRB sowie die Plätte wurde am Einsatzort mittels Ladekran ins Wasser gehoben.

Nun wurde das Feuerwehrrettungsboot mit der Aluplätte verbunden um darauf die Ölwehreinheit bestehend aus einem Öl-Skimmer, der Schlauchquetschpumpe und einem IBC Behälter transportieren zu können. Damit ist es nun möglich, den Ölfilm auch gezielt vom Wasser aus abzusaugen. 
 

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Laufend wird die Lage durch den anwesenden Bezirkshauptmann Dr. Philipp Enzinger den Bürgermeister Herbert Janschka (Wiener Neudorf) und der Vizebürgermeisterin Elisabeth Manz (Guntramsdorf) gemeinsam mit den Kommandanten der eingesetzten Feuerwehren und dem Bezirksfeuerwehrkommandanten Ing. Richard Feischl neu beurteilt und weitere Maßnahmen gesetzt.

Kurz nach 16 Uhr stehen insgesamt 56 Mitglieder und 19 Fahrzeuge im Einsatz, welche durch die Feuerwehr Wiener Neudorf vor Ort versorgt werden.

Ursache: technisches Gebrechen

Bezirkshauptmann Philipp Enzinger bestätigte auf NÖN-Anfrage, dass der Verursacher gefunden werden konnte. Aufgrund eines technischen Gebrechens bei der Firma Traktionssysteme Austria im benachbarten Wiener Neudorf sei eine harzähnliche Flüssigkeit in den Regenwasserkanal gelangt. „Die Firmenleitung hat sich vorbildlich verhalten und sofort eine Kanalbefahrung mittels einer Kamera in die Wege geleitet.“

Dadurch konnte der Ursache auf den Grund gegangen werden, das Gebrechen ist mittlerweile behoben. Enzinger beruhigt zudem: „Die Substanz ist nicht giftig“, der Teich werde von den Einsatzkräften der Feuerwehr in Kooperation mit der Wasserrechtsbehörde gereinigt.

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