Erstellt am 05. November 2015, 06:37

von Tina Jedlicka

41 Menschen auf 8m². Zwei bulgarische Schlepper sollen Flüchtlinge in einem Mercedes-Sprinter zusammengepfercht haben. Haft für beide.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Durchschnittlich 19 Quadratzentimer Platz für einen Menschen. Zumindest sieben Stunden im Hochsommer, zusammengepfercht ohne einen Tropfen Wasser. Auf der Ladefläche eines Mercedes-Sprinter. Kein Fenster, das man zumindest kurzfristig öffnen hätte können.

Sieben Kinder und eine Schwangere

Dann plötzlich öffnet sich die Türe: Die Beamten, die das kleine Auto in Gießhübl stoppen, trauen ihren Augen nicht, als sie 41 Flüchtlinge entdecken. Unter ihnen befinden sich sieben minderjährige Kinder und eine schwangere Frau.

Zwei Bulgaren (38 und 48) transportierten sie laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zumindest von Ungarn bis Österreich. Wegen Schlepperei mussten sich die Männer am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt bei Richterin Nina Morawetz verantworten. Dreieinhalb Jahre Haft sowie zwei Jahre (davon 16 bedingt) lautete schließlich der Schuldspruch. Aufgrund der unterschiedlichen Vorstrafen fiel die Haftstrafe unterschiedlich aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.