Erstellt am 07. April 2016, 05:24

von Christoph Dworak

Card, App oder nichts. Kritik an neuerlicher Prüfung: ÖVP hält eine Gesamtlösung bei der Service-Karte für notwendig; SPÖ ortet Geldverschwendung.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

In vielen Gemeinden gibt es bereits eine eigene Servicekarte für kommunale Dienstleistungen. Nun will auch Mödling nachziehen. „Endlich“, wie SPÖ-Klubsprecherin Silvia Drechsler findet.

Doch der Weg, den Stadtrat Gerald Ukmar, ÖVP, für Verwaltungsinnovation, Bürgerservice und gemeindeübergreifende Kooperation zuständig, eingeschlagen habe, verwundere sie: „Der Abfallwirtschaftsverband des Bezirks hat bereits eine gemeindeübergreifende Lösung erarbeitet, wie die Card funktionieren kann.“

Wird unnötigerweise Geld ausgegeben?

Dennoch habe Ukmar eine eigene Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die „fast so viel wie die entwickelte Lösung des Abfallwirtschaftsverbands kostet“, ärgert sich Drechsler. „Wird da wieder einmal unnötigerweise Geld für Beratungsleistungen ausgegeben?“

Ukmar kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Wir sind Bezirkshauptstadt, haben fast 25.000 Einwohner. Wir wollen eine Lösung finden, die unsere Dienstleistungen, unsere Dienststellen und den Handel unter einen Hut bringt.“ Nur der ermäßigte Eintritt ins Bad sei ihm zu wenig, sagte Ukmar: „Wir wollen auch mehr als eine Taxi- oder Müllcard haben.“

Deshalb wurde das Mödlinger Unternehmen „Cardeas“ von Max Paul per Stadtratbeschluss um 14.000 Euro beauftragt, „eine Gesamtlösung zu entwickeln“, bestätigte Ukmar im NÖN-Gespräch. „Das muss keine Karte, kann auch eine App sein. Und wenn Paul zur Ansicht kommt, für unsere Verhältnisse gibt’s nichts Geeignetes, werden wir vom Projekt überhaupt Abstand nehmen.“