Erstellt am 26. April 2016, 12:31

von Gaby Schätzle-Edelbauer

SOS-Kinderdorf: Zweigverein Wienerwald gibt auf. Vor rund vier Jahren bahnte sich mit einer Strukturreform von SOS-Kinderdorf Österreich ein tiefgreifender Konflikt mit den in den Bundesländern bestehenden SOS-Kinderdorf-Zweigvereinen und der Zentrale in Innsbruck an.

Heinz Nussbaumer  |  NOEN, Schätzle
Auf deren Betreiben lösten sich die Zweigvereine im Rahmen der gewünschten Zentralisierung auf - bis auf den Verein SOS-Kinderdorf Wienerwald. Er widersetzte sich tapfer, auch wenn dessen Vorstand 2013 aus Protest zurücktrat: Ihm gehörten unter anderem niemand Geringere an als der ehemalige Vizekanzler Michael Spindelegger, der einstige Bezirkshauptmann Hannes Nistl und der ehemalige Bundespräsidentensprecher Heinz Nussbaumer an.

Für den Eklat hatte die "einvernehmliche Trennung" von der damaligen Kinderdorfleiterin Monika Franta gesorgt. 

Abschied mit "lachendem und weinendem Auge"

Bis jetzt hatte sich der Verein geweigert, sich aufzulösen. Immerhin hatte er einen nicht unbeträchtlichen Grundbesitz zu verwalten. Nun hat er sich unter dem steigenden Druck aus Innsbruck und einer Gesetzesnovelle zur Auflösung entschlossen.

Nussbaumer: "Ich verabschiede mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge, zum einen geht eine wichtige Tradition der ehrenamtlichen Tätigkeit zu Ende, zum anderen bin ich froh, dass wir so lange durchgehalten haben, bis diese Gesetzesänderung gegriffen hat und wir dem Kinderdorf somit immense Steuern ersparen konnten."

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