Erstellt am 02. März 2016, 06:19

von Christoph Dworak

Stadtchef installiert Asyl-Ombudsmann. Harald Ropez, seit 1972 bei der FF Mödling tätig, ist „Flüchtlingsbeauftragter des Bürgermeisters“.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner präsentiert Harald Ropez als Flüchtlingsbeauftragen.  |  NOEN, Christoph Dworak

Der Antrag, den die SPÖ im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Freitag einbringen wird, könnte hinfällig sein: die Einsetzung eines Integrationsbeauftragten.

Denn Stadtchef Hans Stefan Hintner, ÖVP, hat am Montag einen „Flüchtlingsbeauftragten des Bürgermeisters“ präsentiert: Harald Ropez (55), hauptberuflich leitender Justizbeamter im Oberlandesgericht und, in seiner Freizeit seit 1972 bei der FF Mödling engagiert. Er soll ehrenamtlich „als Bindeglied zur Gemeinde fungieren und Anlaufstelle für Fragen sein“, beschreibt Hintner Ropez’ Aufgabengebiet. Etwa dann, wenn man sich für Patenschaften interessiert oder es um die Vernetzung mit bereits bestehenden Initiativen geht.

„Ich bin nicht der Richtige, wenn es etwa um die individuelle Quartiersuche, Deutschkurse oder Sicherheitsbedrohungen geht“, merkt Ropez an. Dazu seien Initiativen wie „CONNECT.MÖDLING“ beziehungsweise die Polizei zuständig.

Ropez hat erstmals kräftig in die Hände gespuckt, als im Vorjahr die Feuerwehr nach einem Facebook-Aufruf als Kleidungs-Sammelstelle für Flüchtlinge agierte. Er koordinierte die Aktion, fuhr mit den gespendeten Sachen viele Betreuungsstätten ab, knüpfte Kontakte – und brachte sich danach noch intensiver ins Geschehen ein.

Patenschaft mit Flüchtling eingegangen

„Ich habe Geld für den Deutschkurs eines afghanischen Jungen gespendet.“ Daraus geworden ist eine Patenschaft. Die Familie unternimmt mit dem Flüchtling Ausflüge, am Wochenende „hat er schon zwei Freunde mitgebracht. Wir haben Kaiserschmarren gekocht“.

Das sei lebendige Integration, meint Ropez: „Die Jugendlichen wollen reden, kommunizieren.“ Auch, wenn das viele nicht hören wollen: „Sie sind froh, wenn man sie darauf aufmerksam macht, was sie alles dürfen und was nicht.“

SPÖ wird dennoch Antrag einbringen

„Die Ernennung eines Flüchtlingsbeauftragten durch den Bürgermeister ist ein erster Schritt“, meinte SP-Klubobfrau Silvia Drechsler: „Weitere Maßnahmen müssen jedoch folgen.“ Gemeinderat Stephan Schimanowa, SPÖ, präzisierte: „Wir werden in der Gemeinderatssitzung einen Antrag zur Implementierung einer Stabsstelle für Integrations- und Diversitätspolitik in der städtischen Verwaltung einbringen.“

Der Ansprechpartner Harald Ropez 0664/8573331